Research I Commodities

weitere Kolumnen & Analysen

Anzeigen

Wochenbarometer Ölmärkte - 44. KW 2017

HSH Nordbank Research - Commodities - 02.11.2017 - Interactive Chart: ICEEUR:CB1!

Brent auf Zweieinhalbjahreshoch. Wahrscheinlichkeit einer OPEC-Abkommensverlängerung bei mehr als 70 %.

Die Rally am Ölmarkt setzte sich in der vergangenen Woche ungebremst fort Brent Öl übersprang a, Freitag erstmals seit Juli 2015 die Marke von 60 USDollar/Barrel und notiert gegenwärtig bei 61,5 US-Dollar. WTI stieg im Schlepptau auf ein 10-Monatshoch von 54 US-Dollar/Barrel. Robuste Ölfundamentaldaten und das dynamisch globale konjunkturelle Umfeld sind vorranging für diesen Preisanstieg verantwortlich. So schreitet der globale Öllagerabbau weiter voran: Die OPEC-Staaten haben dank der starken Nachfrage nach Öl in diesem Jahr von bisher durchschnittlich 1,7 Mio. Barrel/Tag und der Produktionskürzungen bereits 70 % ihres Ziels erreicht (siehe Grafik PDF-Ausgabe). Das Ziel ist, die globalen Öllagerbestände auf den Fünfjahresdurchschnitt zurückzuführen.

Als zweiten Grund für den Sprung auf das Zweieinhalbjahreshoch sind auch die Kommentare des saudischen Kronzprinzen Mohammed bin Salman auszumachen, der eine Verlängerung des OPEC-Abkommens unterstützt. Der Markt preist gegenwärtig eine Wahrscheinlichkeit von über 70 % ein, dass das Abkommen bis Ende 2018 verlängert wird. Wir sehen eine Verlängerung der Produktionskürzungen als erforderlich an, um die globalen Öllagerbestände auch in 2018 nahe dem Durchschnittsniveau der vergangenen fünf Jahre zu halten, um somit eine nachhaltige Backwardation (Spotpreis > Futurepreis) sicherzustellen. Sollten sich die OPEC-Staaten wider Erwarten nicht für eine Verlängerung der Produktionskürzungen über Ende März hinaus entscheiden, sondern eine unmittelbare Rückkehr der OPEC und Russland zu ihren Marktanteilsstrategien verfolgt werden, ist mit einer starken Ausweitung der Fördermengen zu rechnen. Unseren Erwartungen zufolge könnte die durchschnittliche gemeinsame Produktion der OPEC-Staaten und Russland im kommenden Jahr 46,3 Mio. Barrel/Tag (~ die Hälfte der weltweiten Gesamtförderung) betragen. Dieses ungezügelte Wachstum der beiden Partner im kommenden Jahr würde ein Plus von 2 Mio. Barrel im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 bzw. 1 Mio. Barrel über der bisherigen Rekordförderung (Ende 2016) bedeuten. Dies erwarten wir und der Markt gegenwärtig jedoch nicht. Der Markt preist vielmehr eine Wahrscheinlichkeit von über 70 % ein, dass das Abkommen bis Ende 2018 verlängert wird.


Als dritten Aspekt sehen wir die Backwardation. Seit dem 20. September notiert die Brent-Terminkurve in Backwardation, was Ausdruck eines Marktes ist, in dem die Nachfrage größer ist als die tägliche Fördermenge und folglich Lagerbestände abgebaut werden müssen, um die Nachfrage zu decken. Folge der Backwardation ist auch ein Anstieg ein der spekulativen (Netto-) Long-Positionierungen institutioneller Anleger auf Rekordniveau. Dies stärkt tendenziell das vordere Ende der Terminkurve (also steigender Kassakurs). Wohingegen staatliche und private Ölförderer durch Hedging-Aktivitäten am hinteren Ende (drückt auf die Preise durch öffnen von Short-Positionen) die Backwardation zusätzlich verstärkten, die derzeit offensichtlich die Absicherungsaktivitäten der Ölkonsumenten überkompensieren. Wir gehen davon aus, dass diese Backwardation nachhaltig sein wird und auch dazu beitragen wird, dass wir in 2018 eine relativ enge Handelsspanne bei Brent von 54-58 USD/Barrel beobachten werden.

Redaktionsschluss: 02.11.2017

Autor: Jan Edelmann, HSH-Nordbank

Hinweis
Der Marktkommentar ist ein Auszug aus dem wöchenlich erscheinenden Wochenbarometer für die Renten- und Devisenmärkte der HSH Nordbank. Den vollständigen Bericht und weitere Publikationen erhalten Sie auf unternehmerpositionen.de und HSH-Nordbank.de

Marktticker

Quotes by TradingView

Research

weitere Kolumnen & Analysen

Anzeigen

Auslandsaktien: Vorweihnachtliche Bescherung im Einzelhandel

Börse Frankfurt - Indizes - 23.11.2017
23. November 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Mit dem heutigen Erntedankfest beginnt in den USA für viele die heiße Phase der Weihnachtseinkäufe. Zwar bleiben die Geschäfte am für Amerikaner bedeutenden Feiertag größtenteils geschlossen. "Der Online-Handel lockt dennoch mit massiven Sonderangeboten", bemerkt Walter Vorhauser. Das spüle viel Geld in die Bücher von Plattformen wie Amazon (WKN 906866) und Ebay (WKN 916529). ... mehr

Grüner Fisher: "Will denn keiner mehr regieren?"

Börse Frankfurt - Indizes - 23.11.2017
23. November FRANKFURT (Grüner Fisher). Das politische Kasperletheater im Börsenjahr 2017 findet eine unrühmliche Fortsetzung. Nach zähen Sondierungen bricht die FDP die Verhandlungen ab, das Jamaika-Bündnis steht vor dem Aus. Bundespräsident Steinmeier appelliert an die Parteien, eine schnelle Einigung zur Regierungsbildung zu erzielen, doch das politische Durcheinander im Anschluss an die Bundestagswahlen ist größer denn je. ... mehr

DAX verschiebt Entscheidung – Wall Street feiert Thanksgiving

CMC Markets - Marktberichte - 23.11.2017
Für den großen Wurf fehlte heute sowohl für die Bären wie auch für die Bullen das notwendige Handelsvolumen. Getreu dem Motto „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ hat man sich am deutschen Aktienmarkt zunächst dazu entschlossen, die Entwicklungen auf die lange Bank zu schieben. Der DAX konnte zumindest die Marke von 13.000 Punkten im Tagesverlauf zurückerobern. ... mehr

Bitcoin und DAX 30 Market Update: Bundesbank-Vorstand: Bitcoin ist kein Geld

DailyFX - Marktberichte - Kryptowährungen - 23.11.2017
„Bitcoin ist kein Geld, sondern ein Spekulationsobjekt“, so Bundesbank- Vorstand Carl- Ludwig Thiele gegenüber dem ifo- Schnelldienst. Thiele und Co- Autor Diehl von der Bundesbank ergänzen: „Sie sind frei erfunden und vermehren sich nach einem festgesetzten Schema in virtuellen Systemen, die formal durch Mehrheitsentscheidung der Nutzer, faktisch aber nach dem Belieben einer kleinen Gruppe geändert werden können“. „Mangels Wertbasis ist der Preis für Bitcoin praktisch beliebig bis hin zum Totalverlust.“ ... mehr

Markt für Kryptowährungen übertrifft 250-Milliarden-US-Dollar-Marke

etoro Research - Trading Business - Kryptowährungen - 23.11.2017
Mati Greenspan, Senior Market Analyst bei der Social-Trading-Plattform eToro, kommentiert das neue Rekord-Marktvolumen aller Kryptowährungen: Zwei Wochen sind vergangen, seit die SegWit2x-Hard-Fork abgesagt wurde. Seitdem hat der Markt für Kryptowährungen eine erstaunliche Richtung genommen. Fast täglich scheint eine andere Kryptowährung monströse Zugewinne zu erzielen. Jetzt hat der Gesamtwert aller digitalen Assets weltweit erstmals die Marke von 250 Milliarden US-Dollar übertroffen. ... mehr

Euwax Trends: Boom in deutscher Industrie - Euro gewinnt an Wert – DAX im Minus

Börse Stuttgart - Marktberichte - 23.11.2017
Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie ist im November nach vorläufigen Angaben um 1,9 auf 62,5 Punkte gestiegen. Dies teilte das Institut nach seiner Umfrage unter rund 800 Firmen mit. Ab einem Stand von fünfzig Zählern wird Wachstum signalisiert. Markit-Experte Phil Smith sagte dazu: “Der deutschen Wirtschaft geht es prächtig”, und fügte hinzu: “Die Industrie verzeichnet momentan sogar den stärksten Boom seit über zwei Jahrzehnten.” ... mehr

Baader Bond Markets: Draghi macht Druck wegen fauler Kredite

K. Stopp I Baader Markets - Bonds - 23.11.2017
Endlich macht Mario Draghi Druck auf europäische Banken, die einen Haufen Problemkredite in ihren Bilanzen mit sich herumschleppen. Seit kurzem nimmt der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) nun jede Gelegenheit wahr, die Reduzierung fauler Kredite anzumahnen. Denn Draghi weiß genau, dass deren Abbau Voraussetzung für die Einführung einer gemeinsamen Einlagensicherung in Europa ist – einem wichtigen, großen Baustein einer europäischen Bankenunion. ... mehr

DAX stolpert über stärkeren Euro – 1,19 US-Dollar im Blick

CMC Markets - Marktberichte - 23.11.2017
Der Euro bereitet den Anlegern am deutschen Aktienmarkt Bauchschmerzen. Daraus kann sich eine echte Kolik entwickeln, wenn die Gemeinschaftswährung ihre Stärke beibehält und die Verkäufer, die in der vergangenen Woche noch zur Stelle waren, dieses Mal dem Markt fernbleiben. Wer verstehen will, warum der DAX gestern so dynamisch nach unten lief, muss nur darauf schauen, wie sich der Euro gegenüber dem Dollar zeitgleich entwickelte. ... mehr

Marktkommentar: "Wirtschaft wächst auch im politischen Vakuum"

TARGOBANK - Marktberichte - 23.11.2017
23. November 2017, Düsseldorf - In Deutschland droht ein politisches Vakuum – und das vielleicht für eine längere Zeit. Andere Länder kennen diese Situation bereits: 209 Tage brauchte es in den Niederlanden nach der Wahl, bis die neue Regierung stand. In Spanien 315 Tage und in Belgien sogar 541 Tage. Betrachtet man – in einem natürlich verengten Blick – ausschließlich die Entwicklung der Wirtschaft und der Börsen, dann ist ein solches Vakuum gar nicht so schlecht. ... mehr

Tagesausblick Aktien: DAX scheitert an der 21-Tagelinie, 13.000er Marke wieder in Gefahr

Helaba Floor Research - Indizes - 23.11.2017
Der gestrige Handelstag kann getrost als impuls- und lustlos beschrieben werden. Einmal mehr wurde dadurch deutlich, in welcher Abhängigkeit der hiesige Markt von der Wall Street als Leitbörse ist. An der NYSE machte sich am Mittwoch bereits der auf den heutigen Tag entfallende „Thanksgiving-Feiertag“ anhand unterdurchschnittlicher Handelsumsätze bemerkbar. Darüber hinaus hatte sich der anziehende Euro als Bremsfaktor erwiesen. ... mehr

Tagesausblick Renten/Devisen: Eurozone: Wachstumsperspektive bestätigt

Helaba Floor Research - Forex - 23.11.2017
Heute feiern die USA Thanksgiving. Für die Finanzmärkte gibt es dennoch zahlreiche Einflussfaktoren, denn der Datenkalender ist gut gefüllt. Neben den Detailschätzungen zum BIP-Wachstum in Deutschland und Großbritannien sind die Einkaufsmanagerindizes von Bedeutung. In Deutschland, Frankreich und der Eurozone stehen die vorläufigen Werte des Verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors zur Veröffentlichung an. Die Vorgaben vonseiten der sentix- und ZEW-Umfragen sind freundlich. ... mehr

Bund Future - Erwartete Trading Range: 162.50 -163.63

Helaba Floor Research - Bonds - 23.11.2017
Ein Interview von EZB Direktor Benoit Coeuré im Handelsblatt versetzte die Bondmärkte zur Wochenmitte in Aufregung. Der Franzose äußerte die Hoffnung, die im Oktober beschlossene Verlängerung der Anleihekäufe könne die letzte gewesen sein. Außerdem erwarte er, dass die Steuerung von Zinserwartungen wichtiger werde und die Verknüpfung von Anleihekäufen mit dem Inflationsziel von 2 % schon bald entfallen werde. ... mehr

DAX: Abruptes Ende der Gegenbewegung

IG Markets Research - Marktberichte - 23.11.2017
23.11.2017 – 07:45 Uhr (Werbemitteilung): Nach den Kurssteigerungen am Montag und Dienstag sah es nach einem gelungenen Wochenauftakt aus. Doch die Ernüchterung folgte prompt am gestrigen Handelstag. Plötzlich waren die Sorgen um die politische Stabilität in Deutschland auf die Börsenbühne zurückgekehrt. Aber auch der steigende Euro macht den Anlegern derzeit einen Strich durch die Rechnung. Vorbörslich sehen wir den DAX bei 12.976 Punkten und somit zuerst wieder unterhalb der „runden“ Zahl bei 13.000 Punkten. ... mehr

PM: Trading ohne Spread mit Admiral Markets

Admiral Markets - Trading Business - 23.11.2017
Berlin, 23. November 2017 - Ein Wechsel zum beliebten Forex- und CFD-Broker Admiral Markets lohnt sich derzeit doppelt, denn für die Zeit des „Kennenlernens“ schenkt der Broker seinen Kunden für bis zu 40 Tagen den Spread auf bis zu drei Handelsinstrumente. Doch wie bei Admiral Markets üblich, können sich auch die Bestandskunden freuen, denn für sie gilt das Angebot ebenfalls. ... mehr

Marktstimmung: "Eine Erholung ist nicht genug"

Börse Frankfurt - Indizes - Analysen - 22.11.2017
22. November 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Politische Börsen hätten kurze Beine, lautet eine bekannte Börsen-Binsenweisheit. Und dieser Spruch hat sich zum Wochenanfang wieder einmal bewahrheitet, als die Sondierungsgespräche für eine Jamaica-Koalition geplatzt waren. Seither nehmen die Diskussionen um die politische Situation in Deutschland kein Ende. Denn die Optionen, wie es hierzulande in Sachen Regierungsbildung weitergehen soll, sind zwar übersichtlich, aber durchaus mit Unsicherheit und Risiken verbunden. ... mehr

Anzeigen