Research I Forex

weitere Kolumnen & Analysen

Anzeigen

Devisen: Euro nicht mehr ganz so stark

Börse Frankfurt - Forex - 11.10.2017

11. Oktober 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die von vielen erwartete Gegenbewegung im Euro/US-Dollar-Wechselkurs ist da, der Euro ist zuletzt etwas schwächer geworden: Nach seinem Hoch bei 1,2093 US-Dollar im September liegt der Kurs nun bei 1,18, zwischenzeitlich waren es sogar nur 1,17 US-Dollar. Das ist allerdings immer noch der höchste Kurs seit Anfang 2015.

Mit der Katalonien-Krise hat die jüngste Schwäche der Gemeinschaftswährung nach Ansicht von Christian Apelt von der Helaba nichts zu tun. Vielmehr gebe es wieder mehr Rückenwind für den US-Dollar: "Die US-Konjunktur hat wieder an Schwung gewonnen. Die Federal Reserve wird daher nicht nur ihren Anleihebestand abschmelzen, sondern nach einer Pause auch ihre Zinserhöhungen fortsetzen", erklärt der Devisenanalyst.

Zudem sollten zumindest kleinere Steuersenkungen durch den Kongress kommen und das Wachstum stützen. "Das konjunkturelle Momentum dreht derzeit zu Gunsten der US-Währung, auch wenn sich das Wachstum in der Eurozone weiter als solide erweist." Der Bank zufolge könnte der Euro in den kommenden Monaten wieder in Richtung 1,10 US-Dollar fallen.

Fed hilft dem Dollar

Auch laut DekaBank waren es Nachrichten aus den USA, die dem US-Dollar geholfen haben. "Unmittelbar mit dem Zinsentscheid der US-Notenbank am 20. September ist der Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,20 auf 1,18 gefallen", erklärt Christian Melzer. Die US-Leitzinsen seien zwar noch nicht verändert worden, die Notenbank habe aber eine weitere Zinserhöhung für dieses Jahr signalisiert und für Oktober den Start der Bilanzreduktion angekündigt. In zwölf Monaten sieht die Bank den Kurs bei 1,14 US-Dollar zum Euro.

Allerdings rechnen Analysten durchaus damit, dass eine Verschärfung des Konflikts in Spanien den Euro belasten wird. "Die bislang verhaltene Reaktion des Euro heißt nicht, dass man die Entwicklungen in Madrid und Barcelona getrost ignorieren kann", betont Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. Schließlich sei Katalonien die wirtschaftsstärkste Region Spaniens. "Sollte die Situation ungelöst bleiben oder gar eskalieren, könnten Sorgen um die wirtschaftliche und/oder fiskalische Situation Spaniens zunehmen und den Euro letztlich doch stärker belasten."

Spekulieren in beide Richtungen



Was Währungs-ETNs angeht, war in Produkten auf Euro/US-Dollar sowie Euro/Yen am meisten Umsatz zu beobachten. "Es gibt immer mal Handel in einzelnen gehebelten Euro/Dollar-Produkten, aber nichts, das irgendeinen Trend widerspiegelte", bemerkt Ivo Orlemann von der ICF Bank. Als Beispiele nennt er den ETFS 5x Short USD Long EUR (WKN A12Z32) und den ETFS 5x Long USD Short EUR (WKN A12Z31), mit denen mit Hebel 5 auf einen fallenden bzw. steigenden US-Dollar gesetzt werden kann.
OrlemannOrlemann

Die beiden ETNs gehören auch zu den Spitzenreitern auf der Umsatzliste auf Xetra und dem Frankfurter Parketthandel für die vergangenen vier Wochen. Rege gehandelt wurden außerdem die Varianten ohne Hebel (WKN A1EK0V, A1EK0W) sowie ein ETN auf Euro/Yen, der ETFS Short JPY Long EUR (WKN A1DFSF).

Pfund wieder unter Druck



Das britische Pfund hat nach einer kurzen Erholung im September in den vergangenen zwei Wochen wieder nachgegeben: Für 1 Euro müssen nun wieder 0,90 Pfund gezahlt werden, Ende September waren es im Tief 0,87 Pfund. "Premierministerin May mag zwar den nahezu zeitgleich angetretenen Bayern-Trainer Carlo Ancelotti im Amt überlebt haben. Nach ihrem alles andere als glücklichen Auftritt auf dem Parteitag der Konservativen wird sie aber zunehmend angezählt", kommentiert Apelt.

Im Tory-Lager hat sich ein Machtkampf zwischen Boris Johnson und Theresa May gebildet, wie Marius Schad von der HSH Nordbank erläutert. "Johnson hat eine eigene Vision vom Brexit und untergräbt damit die Autorität seiner Premierministerin." Auf kurze Sicht könne das Pfund darunter leiden.

Yen schwächelt

Deutlich verloren hat der Yen: Mittlerweile kostet der Euro wieder knapp 133 Yen, im April waren es 115 Yen. Melzer von der DekaBank weist darauf hin, dass Ministerpräsident Abe überraschend Neuwahlen für den 22. Oktober ausgerufen hat. "Im Mittelpunkt des Wahlkampfes stehen neue Ausgabenprogramme, aber keine Strukturreformen oder Lösungen für das japanische Problem der sehr hohen Staatsverschuldung." Daher werde der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik für die japanische Zentralbank schwerer und die japanische Währung belastet.

Seitwärtsbewegung im Franken

Nicht viel Bewegung gibt es im Schweizer Franken. Seit Juli tendiert das Wechselkurspaar um 1,14 bzw. 1,15 Franken zum Euro, aktuell liegt der Kurs bei 1,15 Franken. Nach Ansicht von Nikola Stephan von der DekaBank wird der Franken auch 2018 gesucht und überbewertet bleiben. "Sein Status als sicherer Hafen beruht auf der politischen Neutralität und der widerstandsfähigen Wirtschaft." Bewältige die EU aber die politischen Hürden und schreite die wirtschaftliche Erholung Eurolands voran, was die Bank erwartet, werde der Aufwertungsdruck auf den Franken abnehmen. "Letzteres wird ab 2018 auch von der EZB unterstützt, die dann ihre Geldpolitik normalisieren und ihre Wertpapierkäufe zurückzufahren will."

Bitcoin steigt weiter

Die Kryptowährung Bitcoin setzt unterdessen ihren Höhenflug fort. Der Kurseinbruch aus der ersten Septemberhälfte, als der Preis bis auf 2.900 US-Dollar fiel, ist längst wieder wettgemacht. Am gestrigen Dienstag wurde ein neues Allzeithoch von 4.926 US-Dollar erreicht.

Gegenwind aus Politik und Wirtschaft gibt es zuhauf: Nach China schränkt nun auch Russland den Handel mit Kryptowährungen ein. JP Morgan-Chef Jamie Dimon hatte Bitcoins als "Betrug" bezeichnet und den Hype mit der Tulpenzwiebelspekulation in Holland im 17. Jahrhundert verglichen. IWF-Chefin Christine Lagarde mahnte hingegen, die Finanzbranche solle virtuelle Währungen ernst nehmen.

von: Anna-Maria Borse
11. Oktober 2017, © Deutsche Börse AG

Marktticker

Quotes by TradingView

Research

weitere Kolumnen & Analysen

Anzeigen

DAX Analyse: Die Bullen haben deutliche Vorteile erarbeitet

Admiral Markets - Indizes - Analysen - 11.12.2017
Der Dax ging am Montagmorgen der vergangenen Handelswoche bei 13.046 Punkten in den vorbörslichen Handel. Er startete damit 5 Punkte über dem Wochenschluss der Vorwoche und 101 Punkte über der ersten vorbörslichen Notierung am Montag der Vorwoche. Die Bullen konnten den Index am Montag über die 13.100 Punkte schieben, dort aber nicht festsetzen. Er gab am Montag bereits wieder unter die 13.100 Punkte nach, konnte sich im Rahmen der Rücksetzer aber über der 13.000 Punkte-Marke stabilisieren. ... mehr

Die Mauer 13.200 steht – Anschlag in Manhattan vermiest die Stimmung

CMC Markets - Marktberichte - 11.12.2017
Unüberwindbar scheint zum jetzigen Zeitpunkt noch die Marke von 13.200 Punkten im Deutschen Aktienindex. Nachdem es vorbörslich so aussah, als könne heute der Start für die Weihnachtsrally erfolgen, bröckelte der Index im Verlauf des Tages immer weiter ab. Die Unsicherheit über einen möglichen Terroranschlag in New York ist heute der Stimmungskiller Nummer Eins an den Börsen. ... mehr

Sektion US-Märkte & Indizes: S&P 500 - Der Trend bleibt bullisch aber das Aufwärtspotential begrenzt!

Formationstrader I S. Grass - Indizes - Analysen - 11.12.2017
Wochenchart (mittelfristig): Mit der vergangenen Handelswoche erreichte der S&P 500 ein neues Allzeithoch bei 2.665 Punkten und bewegt sich damit entlang der seit Anfang 2016 gültigen trendbegrenzenden Linie. Bisher gelang es den Bullen noch nicht diese begrenzende Trendlinie zu überwinden, was nach einer Konsolidierung aber durchaus noch der Fall sein kann. Der mittelfristige Trend ist aufwärtsgerichtet und wird von allen Indikatoren bestätigt. ... mehr

Euwax Trends: NIKKEI auf 26-Jahres-Hoch - DAX lauert unter 13.200er Marke

Börse Stuttgart - Marktberichte - 11.12.2017
Der NIKKEI 225 ging heute in Tokio mit einem Aufschlag von 0,6 Prozent auf 22.938 Punkte aus dem Handel. Das ist der höchste Schlussstand für den japanische Leitindex seit fast 26 Jahren. Japan und die Europäische Union schlossen in der vergangenen Woche ein Freihandelsabkommen ab, welches für beide Seiten eine der größten und umfassendsten Vereinbarungen ihrer Art ist. ... mehr

Bitcoin-Futures übertreffen Erwartungen – Risiken werden unterschätzt

etoro Research - Trading Business - Kryptowährungen - 11.12.2017
Mati Greenspan, Senior Market Analyst bei der Social-Trading-Plattform eToro, kommentiert die Auswirkungen der ersten Bitcoin-Futures: Der Start der Bitcoin-Futures an der Chicago Board Options Exchange (CBOE) hat alle unsere Erwartungen übertroffen. Die Wall Street stürzte sich auf das erste Finanzprodukt, das Bitcoin an regulierten Börsen handelbar macht: der Bitcoin-Markt ist um 40 Millionen Dollar gewachsen. ... mehr

Wochenausblick: Wieder Hoffnung auf Endspurt

Stephan Feuerstein - Indizes - 11.12.2017
11. Dezember 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach dem DAX-Kurssprung am Freitag hoffen viele dann doch noch auf die zuvor schon abgeschriebene Jahresendrallye. "Zu den Gewinnen beigetragen haben günstige Konjunkturdaten aus China und Japan sowie die kurzfristige Abwendung eines ‚Government Shutdown’ in den USA", erklärt Claudia Windt von der Helaba. ... mehr

Charttechnischer Ausblick - Bund-Future (Kontrakt 12-17) - 50. KW 2017

LYNX Broker - Bonds - Analysen - 11.12.2017
Wie angenommen konnte sich der Bund-Future oberhalb der Marke von 162,25 halten und baute gleich am Montag der letzten Handelswoche mit einer starken Aufwärtsbewegung neue Bewegungshochs aus. Nach einem leichten Rücksetzer am Dienstag arbeitete sich der Markt nochmals an den Widerstand von 163,75 heran und verfehlte ein weiteres Hoch knapp. Der Schlusskurs zum Freitagabend lag im Bereich 163,65 und war somit ebenfalls recht stark. ... mehr

Charttechnischer Ausblick - EUR/USD - 50. KW 2017

LYNX Broker - Forex - Analysen - 11.12.2017
Bereits am Montag der vergangenen Handelswoche zeigte sich der EUR.USD schwach, endete zum Tagesschluss jedoch oberhalb der richtungsentscheidenden Marke von 1,1850. Damit hatte der angepeilte Longvorteil vorerst noch Bestand. Zum Dienstag sackte das Währungspaar allerdings erneut unter 1,1850 ab und Käufe wurden aus charttechnischer Sicht uninteressant. Im Anschluß ging es fast täglich, wenn auch mit recht kleinen Schritten, weiter nach unten. Am Freitag wurde das Wochentief im Kursbereich von 1,1725 ausgebildet. ... mehr

Charttechnischer Ausblick - S&P-Future (Kontrakt 12-17) - 50. KW 2017

LYNX Broker - Indizes - Analysen - 11.12.2017
Der S&P zeigte am Montag einen recht starken Start in die Handelswoche. Er markierte ein neues Allzeithoch im Bereich von rund 2.663,00, bevor es bis zum Mitwoch an die eingezeichnete Unterstützung von 2.620,00 hinab ging . Von dort startete der Markt erneut durch. Er stieg am Freitagabend bis zum Widerstand von 2.650,00 Punkten und zeigte damit weiterhin seine enorme Stärke. Auch die Volatilität blieb wie erwartet hoch, war aber im Vergleich zur Vorwoche leicht rückläufig. ... mehr

Charttechnischer Ausblick - DAX-Future (Kontrakt 12-17) - 50. KW 2017

LYNX Broker - Indizes - Analysen - 11.12.2017
Bis zum Donnerstag hielt sich der DAX-Future vornehmlich unterhalb des Widerstandes von 13.100 Punkten und testete am Mittwoch die wichtige Unterstützung bei 12.900 Punkten. Ein dauerhaftes Unterschreiten war jedoch nicht möglich und so blieb die Aufwärtstendenz für Handlungen interessant. Bis zum Donnerstag arbeitete sich der Markt vorerst bis 13.100 hinauf, stieg am Freitag bis über 13.200 Punkte und Käufe konnten gut umgesetzt werden. ... mehr

Chartanalyse: Gold durchschlägt wichtiges Unterstützungsniveau

Björn Heidkamp I Kagels Trading - Commodities - Analysen - 11.12.2017
Zeitpunkt der Analyse: 10.12.2017 Markt: Gold Future Endlos Kontrakt (COMEX) Letzter Kurs: 1.245,20 USD/Unze Analyst: Björn Heidkamp, www.kagels-trading.de Der abgebildete Chart zeigt die historische Kursentwicklung des Gold Futures von 1981 bis heute, bei Kursen von 1.245,20 USD/Unze. Ein Notierungsstab bildet die Kursschwankungen des Gold Futures für ein Quartal ab. ... mehr

DAX vor EZB-Zinsentscheid und Hexensabbat in Wartestellung – Wall Street richtet Fokus auf Fed-Zinsentscheid

LYNX Broker - Marktberichte - 11.12.2017
Das Geschehen auf der politischen Bühne hemmte im November die DAX-Kursentwicklung. Der Deutsche Aktienindex konnte den letzten starken Aufwärtsimpuls der Wall Street bisher nicht vollständig abbilden. Während der Dow Jones im November zeitweise um mehr als 1.000 Punkte zulegte, gab der DAX mehrere Hundert Indexpunkte ab. ... mehr

Zuversicht am deutschen Aktienmarkt - US-Geldpolitik im Fokus

CMC Markets - Marktberichte - 11.12.2017
Der Deutsche Aktienindex hat in der vergangenen Woche nichts anbrennen lassen und wichtige technische Unterstützungen verteidigt. Das gibt Grund zur Zuversicht, dass es in diesem Jahr noch eine Weihnachtsrally am deutschen Aktienmarkt gibt. Jetzt warten die Anleger auf das technische Signal nach oben, das bei einem Anstieg über 13.211 Punkte gesetzt würde. ... mehr

Bitcoin und DAX 30 Market Update: Bitcoin: Anleger begrüßen Future – Allzeithoch in Sicht

DailyFX - Marktberichte - Kryptowährungen - 11.12.2017
Kurz vor Lancierung des ersten Bitcoin- Futures auf Überseebörsen nahmen Anleger überwiegend die Beobachterrolle ein und wagten im Zweifel den Griff zur Kasse. Der Bitcoin- Kurs verbilligte sich am Wochenende der Plattform Bitstamp zufolge zeitweise um über 20 Prozent bis auf 12.700 Dollar, kann in den letzten 24 Stunden jedoch erneut um 20 Prozent zu legen. ... mehr

Tagesausblick Aktien: DAX: Ende eines Preis- und Zeitzyklus in Sicht

Helaba Floor Research - Indizes - 11.12.2017
Vor dem Wochenende vollzog der DAX eine Berg- und Talfahrt. Während des Vormittags dominierte ein ausgeprägter, positiver Unterton. Insbesondere die Fortschritte bei den Brexit-Verhandlungen, ein schwächerer Euro sowie eine Gegenreaktion bei den Techwerten trugen dazu bei. Am Nachmittag ließ die Dynamik etwas nach, da erhoffte Impulse vom US-Arbeitsmarktbericht ausblieben und zudem Sorgen um verschiedene geopolitische Entwicklungen (Naher Osten, Nordkorea) zurückkehrten. ... mehr

Anzeigen