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Tagesausblick Renten/Devisen: Nach Parlamentssitzung: Quo vadis Katalonien?

Helaba Floor Research - Forex - 11.10.2017

Das Pokern um die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien geht in eine weitere Runde. Regionalpräsident Carles Puigdemont erklärte gestern Abend nur eine symbolische Unabhängigkeit. Harsche Reaktionen aus Madrid zerschlugen aber Hoffnungen, wonach man sich nun allmählich in Verhandlungen über den zukünftigen Status der Region begeben könnte. Die Marktreaktionen sind insgesamt jedoch als verhalten zu bezeichnen.

Zur Wochenmitte ist der Datenkalender nicht gerade üppig gefüllt und die Marktteilnehmer müssen sich bis morgen gedulden, wenn in den USA die Erzeugerpreise einen ersten Vorgeschmack auf das Highlight der Woche, die US-Verbraucherpreisdaten, liefern. Zudem stehen zeitgleich die Einzelhandelsumsätze zur Veröffentlichung an, sodass es am frühen Freitagnachmittag richtig spannend wird. Die beiden Datenschwergewichte haben durchaus Potenzial, die Zinserwartungen bezüglich der Fed zu bewegen. Im Vorfeld gilt es daher die FOMC-Minutes und den JOLTS im Blick zu behalten. Letzterer liefert nochmals Informationen zur Lage am Arbeitsmarkt. Der offizielle Septemberbericht zeigte am Freitag oberflächlich ein gemischtes Bild, unter Berücksichtigung des negativen Einflusses des Wirbelsturms Irma ergibt sich aber insgesamt ein positives Bild. In die gleiche Richtung dürfte der Report zu den offenen Stellen innerhalb des JOLTS weisen. Die Zahl unbesetzter Arbeitsplätze erreichte im Juli einen Rekordstand mit 6,17 Mio. In der Vergangenheit war dies im Trend ein guter Hinweisgeber auf die Entwicklung der Arbeitslosenquote der folgenden Monate. Im Hinblick auf die Fed-Geldpolitik legen die Erwartungen zwar seit rund einem Monat deutlich zu, noch immer sind die eingepreisten Erwartungen aber deutlich unter dem, was das FOMC mehrheitlich für angemessen erachtet. Zudem sind die Inflationserwartungen per saldo seit Anfang Juli nicht weiter gestiegen. Der jüngste Schub bei den Stundenlöhnen mahnt hier aber zur Vorsicht. In beiden Fällen sehen wir ein kurz- und mittelfristiges Anpassungsrisiko, dass sich nachteilig auf die Rentenmärkte und den Eurokurs auswirken sollte.

Bund-Future: Handelsspanne intakt

Der Bund-Future kam im Tagesverlauf unter Druck, blieb aber in der seit Mitte September vorherr-schenden Handelsspanne von 160,50-162,00. Auf technischer Seite ist das Bild uneinheitlich. Der MACD sowie DMI stehen noch im Verkauf. Unterstützend wirkt der Stochastic, welcher ein Kaufsignal generierte. Unterstützungen lokalisieren wir beim Vorwochentief von 160,65 und bei 160,24. Auf erste Widerstände stößt der Bund-Future bei 161,82 und 161,98. Die 10-jährige Bundrendite steht bei 0,44% und damit gut 18 Basispunkte unter dem Jahreshoch im Juli. Vor dem Hintergrund der laufenden Konsolidierung ist der nächste Richtungsimpuls abzuwarten. Trading- Range: 160,80 – 162,10.

Euro: Erholung aber keine Entwarnung

Noch ist offen, ob der innerspanische Konflikt beigelegt werden kann und somit keinen nachhalti-ger Schaden für den Euro-Außenwert mit sich bringt. Der Euro erholte sich gestern und im frühen heutigen Handel in der Spitze bis auf 1,1828. Das technische Bild hellt sich zwar auf, Entwarnung kann aber noch nicht gegeben werden, denn auf Tagesbasis sind die Verkaufssignale von MACD und DMI zunächst noch intakt. Auch im Wochenchart dominieren die Belastungen. Hier sind es MACD und Stochastic, die unterhalb ihrer Signallinien sinken. Der DMI hat derweil noch kein Ver-kaufssignal geliefert, wird aber von einem fallenden ADX begleitet. Dies weist unseres Erachtens darauf hin, dass mit einem Bruch der Unterstützungszone 1,1661/70 eine erhöhte Abwärtsdynamik möglich ist. Haltemarken an der 100-Tagelinie bei 1,1609 oder am 38,2 %-Retracement bei 1,1515 wären wahrscheinlich nur Durchgangsstationen. Trading-Range: 1,1740 – 1,1862.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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