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Bund Future: Erwartete Trading Range: 160.51-161.95

Helaba Floor Research - Bonds - 06.10.2017

Trading Range: 160.51-161.95
Tendenz knapp behauptet

Der EZB- Rat hat auf seiner Sitzung im September Möglichkeiten für die Anpassung des geldpolitischen Kurses und Drosselung der Anleihekäufe diskutiert. Einig waren sich die Mitglieder, dass ein erheblicher Stimulus weiterhin von Nöten ist. Die Rekalibrierung des Ankaufprogramms dürfte sich überwiegend auf Dauer und Tempo beschränken.

Die verhärteten Fronten im Streit um die Unabhängigkeit Kataloniens mahnten jedoch weiter zur Zurückhaltung. Während sich der Dax weiterhin an der Marke von 13.000 Punkten schwer tut, bleiben die Sicherheitsanforderungen der Anleger hoch.

Bundesanleihen zeigten sich in stabiler Verfassung, können aber angesichts wachsender Risikobereitschaft ihre Gewinne wieder nicht ins Ziel retten. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln blieb stabil bei 84 BP. Die Versteigerung der neuen 10-jährigen OATs verlief eher schleppend und spülte nur das Mindestvolumen einer Benchmarkanleihe von 4 Mrd. Euro in die Staatskasse. Aufgefangen wurde das Auktionsergebnis durch gute Nachfrage nach 8- (2.7 Mrd. Euro) und 30-jährigen Titeln (1.8 Mrd. Euro). 10-jähriger Bonds aus Frankreich (0.72 %) und Belgien (0.71 %) machten im Anschluss etwas mehr als einen BP gegen Bunds gut.

An den Bondmärkten der EU- Peripherie nahm nach der doch recht erfolgreichen Versteigerung spanischer Bonos die Zuversicht wieder zu. Das spanische Schatzamt konnte angesichts üppiger Konzessionen im Vorfeld insgesamt 4.6 Mrd. Euro der neuen 5- jährigen Anleihe sowie der im Januar 2029 fälligen Bonds am Markt unterbringen. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer (1.69 %), italienischer (2.14 %) und portugiesischer Bonds (2.37 %) ermäßigte sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 7, 4 bzw. 1 BP. Banco Sabadell verlagert aufgrund der Katalonien-Krise seinen juristischen Sitz in die spanische Stadt Alicante, Caixabank entscheidet heute über einen Umzug.

Am US- Bondmarkt sind die Renditen am Tag vor dem Arbeitsmarktbericht infolge positiver Konjunkturdaten und zunehmender Zinsängste gestiegen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (260K) und das etwas geringere Handelsbilanzdefizit (-42.4 Mrd. USD) konnten die Marktteilnehmer nicht beeindrucken, die höher als erwarteten Auftragseingänge bei der Industrie (1 %) im August schürte jedoch die Zuversicht am Aktienmarkt. Der Präsident der Fed von San Francisco, Williams, geht von einer Zinserhöhung in diesem, und noch drei weiteren im kommenden Jahr aus. In Fernost tendieren US-Treasuries angesichts überwiegend steigender Aktiennotierungen knapp behauptet.

Der Bund- Kontrakt (161.35) legte 8 Stellen zu, Bobl (131.24) und Schatz (112.145) gingen 4 bzw. 2 ½ Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel leicht auf 0.45 %, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßigte sich geringfügig auf 114.5 BP. 10-jährige US- Treasuries rentieren 3 BP höher bei 2.35 %. Der Euro verbilligt sich auf 1.17 Dollar, der Preis für das Barrel Öl steigt auf 50.7 Dollar.

Der Auftragseingang bei der deutschen Industrie (0.7 %/4.7 %) im August gibt Aufschluss darüber, ob die gute Stimmung durch harte Fakten belegt werden kann. Zum Wochenschluss steht aber der offizielle US- Arbeitsmarktbericht im Vordergrund. Allerdings sollten die Daten mit dem Wissen über Verzerrungen durch die Wirbelstürme nicht überbewertet werden. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft (80K) erscheint selbst vor diesem Hintergrund recht konservativ. Die Arbeitslosenquote wird unverändert bei 4.4 % erwartet. Mit Blick auf das Inflationsziel der Fed sind die durchschnittlichen Stundenlöhne (0.3 %/2.5 %) von größerer Bedeutung.

Am Primärmarkt sind heute keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner geplant. In der kommenden Woche bietet Finnland einen im April 2022 fälligen Bond über 1 Mrd. Euro an. Die Aufstockung der 5-jährigen Bundesobligation, 7-jährige Titel aus den Niederlanden sowie das turnusmäßige Angebot aus Italien runden das Spektrum ab. Das amerikanische Schatzamt versteigert 3-, 10- und 30- jährige Papiere, Großbritannien verkauft am Dienstag 20-jährige Gilts im Volumen von 2.5 Mrd. GBP. Societe Generale SFH begab einen 10-jährigen französischen Covered Bond im Volumen von 1 Mrd. Euro 4 BP unter Midswap.

Technik:

Der Bund-Future gab seine Tagesgewinne fast komplett wieder ab und schloss (161.35) 8 Stellen über Vortagsniveau. Im Tageschart zeichnet sich eine Stabilisierung der Indikatoren ab, die langen Dochte mahnen jedoch zur Vorsicht. Auch auf Wochenbasis deutet sich eine Aufhellung an, Entwarnung kann jedoch unterhalb des Trends bei 161.59 nicht gegeben werden.

Unterstützungen liegen bei 161.05 (Tief v. 05.10.), 160.79 (Tief v. 29.09.), 160.65 (Tief v. 03.10.), 160.51 (Trend), 160.24 (Tief v. 28.09.) und 159.80 (61.8 %- Retracement von 157.55 bis 163.43).

Widerstände sehen wir bei 161.37 (Hoch v. 02.10.), 161.59 (Wochentrend), 161.66 (Hoch v. 05.10.), 161.82 (Hoch v. 04.10.), 161.98 (Hoch v. 25.09), 162.22 (Tief v. 07.09) und 162.70 (Hoch v. 12.09)

Unterstützungen 161.05 160.79 160.46
Widerstände 161.66 161.82
161.98

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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