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Anleihen: Wieder kein Zinsanstieg

Börse Frankfurt - Bonds - 04.08.2017

4. August 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Zinsen sind wieder auf dem Rückzug. "Die Unsicherheit in den USA um Präsident Trump schwappt zu uns herüber", meint Arthur Brunner von der ICF Bank. "Da ist wieder Sicherheit gefragt." Zudem seien die Zweifel an einem baldigen weiteren Zinsschritt in den USA gewachsen. "Auch die Bank of England hat gestern die Füße still gehalten." Die britische Notenbank hatte am gestrigen Donnerstag den geldpolitischen Schlüsselsatz auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent belassen.

Am Freitagmittag liegt der Euro-Bund-Future bei 163,45 Punkten, vor einem Monat waren es 160 Prozent. Zehnjährige Bundesanleihen werfen wieder nur 0,45 Prozent ab verglichen mit 0,60 Prozent Mitte Juli.

US-Zinsen rückläufig

Nach Ansicht Rainer Guntermanns von der Commerzbank geben die jüngsten Wachstums- und Inflationsdaten im Euroraum sowie der steigende Ölpreis aber der Inflation Auftrieb und stärken das Ausstiegsszenario der EZB. Die zehnjährige Bundrendite werde daher kaum nachhaltig unter die Marke von 0,5 Prozent fallen.

Ralf Umlauf von der Helaba weist darauf hin, dass die US-Zinsen seit Jahresanfang zurückgegangen sind. "Zum einen sind die Chancen auf große Steuerreformen noch in diesem Jahr mit dem anhaltenden Chaos rund um die Präsidentschaft Donald Trumps ebenso verschwunden wie die Erwartungen gewaltiger Ausgabenprogramme", erklärt der Analyst. Damit einhergehend und auch in Reaktion auf den moderaten Lohndruck hätten sich zudem Inflationserwartungen in den USA und auch hierzulande zurückgebildet.

Griechenland-Anleihe gesucht



Nach anfangs verhaltener Nachfrage im Handel ist das Interesse an der vergangene Woche emittierten Griechenland-Anleihe - die erste seit 2014 - spürbar gestiegen, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichtet. "Das könnte auch damit zusammenhängen, dass der Kurs etwas zurückgekommen ist." Aktuell wird die Anleihe mit Laufzeit bis 2022 und Kupon von 4,375 Prozent (WKN A19MEC) bei 99,25 Prozent gehandelt. Mehr Käufe sieht er auch in dem aus der Umschuldung 2012 hervorgegangenen Besserungsschein (WKN A1G1UW), dessen Zinszahlungen von der Entwicklung des griechischen BIP abhängen. "Das ist aber sehr spekulativ."

Hin und her in Venezuela-Anleihen

Extrem volatil bleiben Anleihen des krisengeschüttelten Venezuela. Während sie zuvor stark an Wert verloren hatten, ging es in den vergangenen Tagen wieder etwas nach oben. Hintergrund ist, dass die Generalstaatsanwaltschaft fordert, die Wahl zur verfassunggebenden Versammlung vom vergangenen Sonntag zu annulieren. Begründet wird das mit dem Verdacht auf Wahlmanipulation.

Rainer Petz von Oddo Seydler berichtet von Kursgewinnen in der bis 2027 laufenden Venezuela-Anleihe mit Kupon bei 9,25 Prozent (WKN 195081) und der bis 2034 laufenden mit 9,375 Prozent (WKN A0ABV5). Etwas erholt sich Daniel zufolge auch der bis 2028 laufende Bond mit 9,25 Prozent (WKN A0TU0G). Betroffen sind laut dem Händler auch Anleihen des Ölkonzerns Petroleos de Venezuela (WKN A1ZBN3).

Kaum Bewegung in Auto-Bonds

Die Dieselaffäre und die Kartellvorwürfe gegen Deutschlands Autobauer blieben in dieser Woche ohne große Auswirkungen auf Autoanleihen. Brunner zufolge zeigten sich Anleger geduldig. "VW-Hybridanleihen (WKN A1ZE21) legten nach dem Diesel-Gipfel am Mittwoch sogar etwas zu."

Interesse beobachtet der Händler auch in Nachranganleihen der IKB (WKN A2E4QG) und der Nord/LB (WKN NLB8K6). "Die Risikofreude bezüglich Banken steigt wieder."

Käufe und Verkäufe meldet Daniel in langlaufenden Bayer- und Merck-Anleihen. Das Bayer-Papier läuft bis 2075 (WKN A11QR6), bietet einen Kupon von 3 Prozent und kommt beim aktuellen Kurs von 104,41 auf eine Rendite von 2,33 Prozent. Bei Merck (WKN A13R96) ergibt sich bei einer Laufzeit bis 2074 und Kupon von 2,625 Prozent beim derzeitigen Kurs von 105,21 eine Rendite von 2,28 Prozent. "Beide können vorzeitig getilgt werden. Und die vorzeitige Kündigung ist wahrscheinlich", bemerkt der Händler. Dann ergäben sich im Fall von Bayer bei Kündigung 2020 noch 1,43 Prozent, bei Merck 2021 1,23 Prozent. "Das ist im aktuellen Zinsumfeld interessant."

Gut an kommt Brunner zufolge weiterhin die Anfang Juli emittierte Anleihe des Autozulieferers Paragon (WKN A2GSB8), die mittlerweile zu 103,20 Prozent gehandelt wird. Das Papier mit Kupon von 4,5 Prozent ist im Juli 2022 fällig. Auch die ältere Anleihe (WKN A1TND9), die bis Juli 2018 läuft und 7,25 Prozent bietet, wird mit 104 Prozent deutlich über Pari gehandelt.

Unbeliebte Währungsanleihen

Angesichts des schwachen Euro trennen sich Anleger außerdem von US-Dollar-Anleihen, wie Brunner feststellt. "Da wird die Reißleine gezogen." Für einen Euro müssen mittlerweile schon fast 1,19 US-Dollar gezahlt werden, im Dezember waren es nur 1,04 US-Dollar.

von Anna-Maria Borse, 4. August 2017,
© Deutsche Börse AG

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