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Anleihen: Setzen auf US-Corporates

Börse Frankfurt - Bonds - 17.03.2017

17. März 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Wie erwartet hat die US-Notenbank den Leitzins am Mittwoch angehoben. "Die Überraschung blieb aus", bemerkt Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Die Anleihemärkte reagierten kaum, die Rendite für zehnjährige US-Treasuries liegt mit aktuell 2,53 Prozent sogar etwas unter dem Niveau vor einer Woche mit 2,57 Prozent. Die Fed hatte den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Bandbreite von 0,75 bis einem Prozent hochgesetzt.

Auch beim Euro-Bund-Future gab es wenig Bewegung: Der Indikator für die langfristigen Zinserwartungen notiert am Freitagmittag bei 159,22 Punkten und damit in etwa auf dem Niveau der Vorwoche. Zehnjährige Bundesanleihen kommen auf eine Rendite von 0,46 Prozent.

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Dass die Rechtspopulisten bei den Parlamentswahlen in den Niederlanden doch schlechter abschnitten als erwartet, dämpfte die Nachfrage nach dem sicheren Hafen Bundesanleihen. "Ein paar Sorgen weniger", kommentiert Markus Koch von der Commerzbank. Allerdings würden die am Markt schwelenden Unsicherheiten über die Anti-EU-Stimmung wohl erst nachlassen, wenn auch das Ergebnis der Wahlen in Frankreich feststehe. "Ein - wenn auch derzeit wenig wahrscheinlicher - Wahlsieg Le Pens hätte erhebliche Konsequenzen."

Auch wenn die Zinsen in Europa, zumindest am lange Ende, ebenfalls nach oben weisen: Der Renditeabstand zu den USA wächst. "Da die in den USA zu erzielenden Zinsen um ein Vielfaches über den als Benchmark fungierenden Renditen bei deutschen Staatsanleihen liegen, ist mit einer Verschiebung der Kapitalströme hin nach Amerika zu rechnen", bemerkt Klaus Stopp von der Baader Bank. Selbst deutsche Investoren würden der Verlockung, gepaart mit einem aus politischen Gründen instabilen Euro, nur schwerlich widerstehen können. "Der Wettkampf um die Gunst der Investoren hat also jetzt erst richtig begonnen."

Dollar-Anleihen sehr beliebt

Mit den höheren Zinsen in den USA steigt in der Tat auch die Nachfrage nach auf US-Dollar lautenden Unternehmensanleihen. "Wir sehen viel Umsatz", berichtet Rainer Petz von Oddo Seydler. Sehr gut angekommen sei etwa eine neue Anleihe von T-Mobile USA mit Kupon von 5,125 Prozent und Laufzeit bis 2025 (WKN A19EWV). Die Mindestorder liegt bei 2.000 US-Dollar.

Doch auch ältere Bonds wie etwa von Kraft Foods mit Kupon von 3,5 Prozent und Laufzeit bis 2022 (WKN A1HD49) sowie Apple mit 2,4 Prozent und Laufzeit bis 2023 (WKN A1HKKX) würden gerne gekauft. "Es sind nach wie vor US-Dollar-Bonds, die immer wieder nachgefragt werden", stellt auch Stopp fest.

Spekulieren auf Rückkäufe

Wieder aufgeflammt ist Daniel zufolge das Interesse an diversen Anleihen mit Kursniveaus um 60 oder 70 Prozent, getrieben von der Hoffnung auf einen frühzeitigen Rückkauf. "Auslöser war die Ankündigung der Credit Agricole, Papiere zurückzukaufen", erklärt der Händler. Zulegen konnten Anleihen von IKB (WKN A0BDRX), Hybrid Capital (WKN A0D1KQ) und ING Group (WKN A0BDDF).

Neues gibt es außerdem von Peugeot: Der französische Autobauer hat eine siebenjährige Anleihe mit einem Volumen von 600 Millionen Euro und einem Kupon von zwei Prozent (ISIN FR0013245586) sowie einer kleinanlegerfreundlichen Stückelung von 1.000 Euro emittiert.

von: Anna-Maria Borse
17. März 2017, © Deutsche Börse AG

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