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Handelsüberwachungsstelle HÜSt: Börsenpolizei für Sicherheit im Handel

Grundlagen Börse

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Hauptaufgabe der HÜSt ist die Gewährleistung eines fairen Handels, indem sie Unregelmäßigkeiten und Verstöße gegen die Börsenregeln aufgedeckt. Hierzu zählen etwa abgesprochene Geschäfte, Preisbeeinflussungen oder eine Bevorzugung des Eigen- gegenüber dem Kundenhandel. Der gesetzliche Auftrag HÜSt ist im Börsengesetz geregelt. Privatanleger können sich während der Handelszeiten über eine kostenlose Hotline bei konkreten Fragen zu einzelnen Ausführungen an die HÜSt wenden.

Gut 650.000 Transaktionen pro Tag

Voraussetzung für eine wirkungsvolle Überwachung ist die lückenlose und systematische Erfassung aller Handelsdaten. Angesichts von mehr als 650.000 Transaktionen und einigen Millionen gestellten Kursen pro Tag lässt sich dies nur mit ausgefeilten Computersystemen bewerkstelligen. Die Datenbanken der Frankfurter Handelsüberwachungsstelle erfassen alle Handels- und Orderdaten im täglichen Börsenhandel zwischen 8 und 20 Uhr und gleichen die Informationen der unterschiedlichen Handelsplattformen ab.

Dazu sind in den Systemen typische Verhaltensmuster hinterlegt, mit deren Hilfe Auffälligkeiten herausgefiltert werden können. Neue Indikatoren aus aktuellen Fällen und Beobachtungen verbessern die Überwachung kontinuierlich.

Die Systeme spielen die auffälligen Datensätze automatisch den mehr als 20 Mitarbeitern der HÜSt zu, die die Daten auswerten und genau prüfen, ob sich die beobachtete Entwicklung aus der jeweiligen Handelssituation ergeben hat oder eine Manipulation vorliegt. „Trotz der elektronischen Auswertung stützt sich eine effektive Überwachung vor allem auf das Gespür der Mitarbeiter für mögliche Missbräuche. Unsere Mitarbeiter kennen sich daher in allen Fragen des Börsenhandels bestens aus und haben teilweise früher selber als Börsenhändler gearbeitet“, erklärt Michael Zollweg, Leiter der HÜSt. „Um stets enge Tuchfühlung mit dem Präsenzhandel zu haben, sitzen zudem jeden Tag einige unserer Mitarbeiter direkt vor Ort an der Börse Frankfurt.“

Umfangreiche Ermittlungen

Entscheiden sich Mitarbeiter der HÜSt, vertiefende Ermittlungen aufzunehmen, können sie Dokumente und Unterlagen der Handelsteilnehmer einsehen und so beispielsweise herausfinden, wer die fragliche Transaktion getätigt hat. Zudem sind sie befugt, die Marktteilnehmer zu befragen und ihre Ermittlungsergebnisse durch den Austausch mit anderen Aufsichtsbehörden zu vervollständigen.

Sehen sie einen Verstoß gegen einen ordnungsgemäßen Handel als erwiesen an, werden die Ermittlungsergebnisse an die Börsenaufsichtsbehörde im Hessischen Wirtschaftsministerium und die Geschäftsführung der Frankfurter Wertpapierbörse weitergeleitet. Diese können dann den Sanktionsausschuss einberufen, der – ähnlich wie ein Gericht – über das Strafmaß entscheidet. Je nach Verstoß kann ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro oder sogar eine Suspendierung vom Handel ausgesprochen werden.

800 bis 1.000 Anrufe im Monat

Eine wirksame Überwachung und sinnvolle Sanktionen unterstützen den ordnungsgemäßen Handel. Hiervon profitieren insbesondere Privatanleger, da sie in der Regel weniger Möglichkeiten und Informationen haben, um sich selbst zu schützen.

Anlaufstelle ist die kostenlose Hotline. Jeden Monat wenden sich 800 bis 1.000 Privatanleger und somit durchschnittlich rund 50 Anrufer pro Tag an die Überwachungsstelle. Die Handelsspezialisten beantworten hier vor allem Fragen zu Handelsaussetzungen einzelner Wertpapiere, Preisbildungen und Teilausführungen und nehmen von den Anlegern beobachtete Unregelmäßigkeiten auf, um diese zu überprüfen.

Haben Privatanleger Fragen zur Ausführung im Präsenzhandel, insbesondere aber bei einem Verdacht auf Unregelmäßigkeiten bei der Preisfeststellung und beim Börsenhandel können sie sich telefonisch oder per E-Mail an die HÜSt wenden.
- Gebührenfreie Telefonnummer innerhalb Deutschlands: 0800-23 020 23
- Kostenpflichtige Telefonnummer: +49-(0) 69-2 11-1 13 10.
- E-Mail: huest@deutsche-boerse.com

© Juli 2012/Edda Vogt

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