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Was sind Spreads?

Grundlagen Futures

Ein Großteil der Aktivitäten an den Futuresmärkten, die nicht Absicherungsgeschäfte (non-hedging Aktivitäten) sind, betreffen so genannte „spread trades“ (auch „Straddles“ genannt). Diese Strategie trägt im allgemeinen weniger Risiko als direkte (einfache) long oder short Positionen. Deswegen haben sie gewöhnlich auch niedrigere Marginerfordernisse.

Spreads beinhalten das gleichzeitige Kaufen und Verkaufen von Futureskontrakten mit unterschiedlichen Merkmalen. Die Strategie kann bestehen aus der Anwendung von:

Termin-Spreads --- Futureskontrakte auf dieselbe Commodity mit unterschiedlichen Liefer-/Handelsmonaten, wie z.B. der März/Juni-T-Bill Spread;

Intermarkt-Spreads --- Kontrakte für unterschiedliche Commodities mit dem gleichen Liefermonat, wie z.B. der März T-Bill/Eurodollar (der „TED“-Spread) oder der Juli Mais/Weizen Spread;

Interbörsen-Spreads --- Kontrakte für ähnliche Handelswaren mit dem gleichen Liefermonat, die aber an verschiedenen Börsen gehandelt werden, wie z.B. der Juli CBOT/Kansas City Weizen Spread oder der Juni S&P 500/Juni Value-Line Spread.

Anstatt sich um das Steigen oder Fallen der zwei Kontraktpreise zu sorgen, ist der Spreadhändler nur daran interessiert, ob der Spread, der die Differenz der Kurse zwischen den zwei Handelswaren ist, größer oder kleiner wird. Die Bewegung im Spread kann dadurch verursacht werden, dass Dinge, wie Änderungen in Zinssätzen, Lagerhaltungskosten, Angebot/Nachfrage Faktoren oder selbst Transportkosten, die zwei Kontrakte unterschiedlich beeinflussen.

Betrachten sie einen Aktienindex Futureskontrakt Spread zwischen dem Value-Line Index und dem S&P 500 Index. Die Kontrakte beruhen auf Indices, die auf unterschiedliche Weise kalkuliert sind, und die Aktien im Value-Line neigen dazu, volatiler zu sein als jene im S&P 500. Diese Unterschiede schaffen die Möglichkeiten für Spreads.

Angenommen, ein Trader hat die Meinung, der Juni Value-Line Future Kurs notiere zu nahe an den Juni S&P 500 Futures. Der Juni Value-Line Future notiert bei 828,00 und der Kurs der Juni S&P 500 Terminkontrakte liegt bei 900,00. Der Spread, also die Spanne zwischen den Kontrakten, beträgt 72.00. Wenn der Händler glaubt, dass ein normaler Spread zwischen den zwei Kontrakten 80.00 beträgt, dann kann er einen Value-Line Future verkaufen und zwei S&P 500 Futures kaufen. Gehen wir davon aus, er hat mit seiner Prognose recht gehabt. Der Juni Value-Line schließt letztlich bei 830,00 und der Juni S&P500 bei 910.00. Sein Gewinn wird die Differenz zwischen dem ursprünglichen Spread (72,00) und dem abschließenden Spread (80,00) sein. Der Gewinn beträgt (80,00-72,00) x 500 US = 4.000,00 US-$. (Anmerkung: Jeder Punkt vor dem Komma bedeutet bei einem Future Kontrakt Value-Line 500,00 US-$ und bei einem Future Kontrakt S&P 500 250,00 US-$, daher ein Value-Line und zwei S&P 500 Kontrakte).

Spreadgeschäfte können außerdem eine Hausse- oder Baisse-Ansicht (bullish oder bearish) widerspiegeln. Wieder ein Beispiel: Ein T-Bill Trader sieht in naher Zukunft niedrigere Zinssätze voraus. Er kann einen nahen Futureskontrakt (einen, der kurz vor Fälligkeit steht) kaufen und einen ferneren Futureskontrakt verkaufen. Das ist dann ein Bull-Spread. Bedenken Sie, dass ein Rückgang bei den Zinssätzen einem Anstieg im Wert der Kassa- und Futureskontrakte entspricht. Erwartet der Spreadhändler hingegen, dass die Zinssätze steigen (eine bearishe Aussicht für den T-Bill Markt), so wird er den kurz vor Fälligkeit stehenden Kontrakt verkaufen und einen langfristigeren kaufen. Spreadhändler, deren Markteinschätzung richtig war, werden profitieren, denn normalerweise wird der kurz vor Fälligkeit stehende Kontrakt mehr steigen oder fallen als der langfristige Kontrakt. Deshalb werden die mit dem nahen Kontrakt gemachten Gewinne größer sein, als die für den ferneren Kontrakt entstehenden Verluste.

Im Vergleich zu Spekulanten mit direkten Long oder Short Positionen, machen diejenigen, die auf Spreads setzen, eher bescheidene Gewinne. Sie erleiden aber auch geringere Verluste - und können wahrscheinlich besser schlafen.

Quelle: (c) stebo.de - Auszug aus "Das Geheimnis der Futures - enträtselt"

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