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Geldanlage Report: Krisenstimmung wegen Russland: Welche Auto-Aktien sich noch lohnen...

Armin Brack - Indizes - 06.10.2014

Lieber Geldanleger, der Pariser Autosalon hat begonnen – die Mondial de l'Automobile gehört zu den wichtigsten Automessen in Europa. Vom Kleinstwagen bis zum Supersportler gibt es an der Seine noch bis zum 19. Oktober jede Menge Weltpremieren zu bestaunen.

Dass die neuen Modelle – so attraktiv sie auch sein mögen – den zuletzt wieder schwächelnden europäischen Automarkt schnell erneut auf die Überholspur bringen können, glaubt jedoch kaum ein Experte.

Nach dem durchaus hoffnungsvollen Jahresstart hat sich das Wachstum spürbar verlangsamt – auch weil die Wirtschaft im Euroraum noch immer nicht in Schwung gekommen ist. Folge: Die Menschen zögern mit dem Autokauf und die Rabattschlacht drückt die Gewinne.

Dazu sorgt die zunehmende Behörden-Gängelung ausländischer Hersteller in China sowie schlechte Geschäfte in Brasilien, aber vor allem in Russland für Tristesse innerhalb der Branche.

Die offenbar allzu simple Rechnung, dass der weltgrößte Flächenstaat mit über 140 Millionen Menschen zwingend zum Katalysator der hiesigen PS-Branche werden würde, ist geplatzt.

Tatsächlich droht dem russischen Markt sogar der Kollaps. „Da muss man in den nächsten Monaten mit 20 Prozent Einbruch rechnen“, sagt beispielsweise Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer. Auf bis zu 4 Mio. Autos im Jahr 2020 hatte die Branche gehofft – und muss nun deutliche Abstriche machen. Bis zu 2,8 Mio. könnte es runtergehen, heißt es in einer Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger – das wäre das Niveau von 2013.

Aufgrund der sinkenden Verkaufszahlen in den vergangenen acht Monaten haben Volkswagen (WKN: 766400) und Opel bereits die Notbremse gezogen und ihre Produktion in Russland gedrosselt.

Dabei hatte VW-Chef Winterkorn vor noch nicht einmal einem Jahr prophezeit, dass Russland den Heimatmarkt bald ablösen werde: „Noch in diesem Jahrzehnt wird der russische Automobilmarkt der größte europäische Markt sein.“ Ob er zu dieser Aussage noch steht?

Härter noch hat es Ford getroffen. Der US-Konzern verkaufte in Russland 43 Prozent weniger Autos als im Vorjahr und sprach eine Gewinnwarnung aus. Das Unternehmen rechne nur noch mit einem Ergebnis vor Steuern von sechs Mrd. Dollar, so Finanzchef Bob Shanks in der vergangenen Woche. Zuvor war er von sieben bis acht Mrd. Dollar ausgegangen.

Der Hauptgrund für das Einkassieren des Gewinnziels ist die Sanktion des Westens gegen Russland wegen des Ukraine-Konflikts, so Europa-Chef Stephen Odell. Wann das Europa-Geschäft wieder Geld abwirft, ließ er offen: „Wir geben noch keine Prognosen für die Jahre nach 2015.“

Auch bei Renault hält man sich mit Prognosen für die nähere Zukunft lieber zurück. Die Franzosen sind der größte ausländische Autobauer in Russland – und dominieren mit ihrem japanischen Partner Nissan den Lada-Hersteller und Marktführer Avtovaz.

Bei Renault befürchtet man eine weitere Verschärfung der Krise. Nach wie vor ist ein totales Importverbot europäischer und US-amerikanischer Neuwagen als Antwort Moskaus auf die Ukraine-Sanktionen des Westens nicht aus der Welt. „Dann kämen einige Autotitel in ernste Schwierigkeiten“, unkte ein Autoanalyst bei NTV.

Dass es soweit kommt, ist allerdings nicht sehr wahrscheinlich. Moskau würde sich schließlich selbst schwer schädigen. Laut den Experten von Roland Berger gingen dem Kreml bis zu 1,4 Milliarden Dollar Zoll- und Steuereinnahmen verloren. Zumindest kurzfristig könnte sich hingegen ein Aufschlag auf die Einfuhrgebühren für die russische Staatskasse rechnen.

Abkoppeln vom negativen Trend um Russland und die Ukraine kann sich bisher Toyota (WKN: 853510). Die Nummer eins der Branche konnte in den ersten acht Monaten in Russland sogar leicht zulegen und dürfte ihr Absatzziel für Europa sogar noch leicht übertreffen, erklärte Europa-Chef Didier Leroy in Paris.

Auch die deutschen Oberklasse-Hersteller wie Audi (WKN: 675700), BMW (WKN: 519000), Daimler (WKN: 710000) und Porsche (WKN: PAH003) verspüren zwar reichlich Gegenwind aus dem Osten, von dem raueren Klima in Europa ist in den Bilanzen aber (noch) nichts zu sehen.

BMW konnte den Absatz in den ersten neuen Monaten um neun Prozent steigern. An den Gewinnzielen für 2014 wird festgehalten.

Ähnlich äußerten sich auch Audi und Porsche. Bei Daimler sieht man sich ebenfalls auf Kurs. In den ersten acht Monaten des Jahres konnte die Kernmarke Mercedes zwölf Prozent mehr Autos absetzen – dank zahlreicher neuer Modelle.

Satte Gewinne verzeichnen fast alle deutschen Autohersteller in den USA. Dort scheint der Auto-Boom noch nicht am Ende angelangt zu sein, weshalb der Fokus der Branche nach den Problemen in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) auch wieder mehr auf Übersee ausgerichtet ist.

Daimler beispielsweise will 2014 fast 16,5 Mio. Fahrzeuge im Land der unbegrenzten Absatzmöglichkeiten verkaufen, damit käme man wieder in die Nähe der Rekordwerte von vor der Finanzkrise.

Größter Konkurrent der Stuttgarter im Wettbewerb um den größten Premium-Hersteller in Übersee bleibt BMW, die im ersten Halbjahr die „Pole“ in den USA eroberten und die Spitzenposition jetzt verteidigen wollen.

Einzig bei VW hinkt man deutlich hinterher. Lange Zeit hat man falsch eingeschätzt, was die Amis wirklich wollen: Großzylindrige Geländewagen.

Ein solcher Mega-SUV – zugeschnitten auf den Geschmack des US-Verbrauchers – soll jetzt 2016 kommen und den amerikanischen Markt rocken. Auf „Prima Klima“ wird da weniger geschaut, eher auf PS und Rauminhalt. „Die wollen es groß und wir werden groß abliefern“, heißt es aus Wolfsburg.

MEIN FAZIT:

Der Pariser Autosalon wird in diesem Jahr vermutlich kein Freudenfest werden – trotz mindestens 100 angekündigter Weltpremieren.

Daran sind nicht nur die enttäuschten Hoffnungen über die BRIC-Staaten schuld, sondern auch die Erkenntnis, dass sich kaum ein Hersteller dem zunehmenden Preiskampf um die verunsicherten Kunden in Europa noch lange entziehen können wird.

Ein Markt, in dem mit sehr harten Bandagen gekämpft wird, ist Deutschland. Darum werden über kurz oder lang auch alle deutschen Autobauer größere Abstriche machen müssen. Auch die Gewinne der Premium-Hersteller in den USA können dann die Bilanzen nicht retten.

Die Ford-Gewinnwarnung war bereits ein heftiger Stimmungsdämpfer für eine Branche, die an der Börse nach dem Hype der vergangenen Jahre mittlerweile schon seit Monaten zu den Verlierern zählt.

Wahrscheinlicher als eine schnelle Erholung ist, dass weitere Dämpfer folgen. Mein Rat: Autotitel sind derzeit wenig attraktiv. Wer unbedingt Autoaktien in seinem Portfolio haben möchte, sollte auf die Oberklasse setzen, also auf deutsche Titel wie z. B. BMW oder Porsche.

Viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage wünscht
Armin Brack
Chef-Redakteur Geldanlage-Report
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