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Geldanlage Report: DAX-Prognose ... und wieder lagen alle falsch!

Armin Brack - Indizes - 30.12.2013

Lieber Geldanleger,

ich hoffe Sie hatten schöne und erholsame Weihnachtsfeiertage im Kreise ihrer Familie. Bei mir war das der Fall, auch dank der strahlenden Augen meiner kleinen Tochter, die Weihnachten zum ersten Mal erlebt hat.

Auch der Aktienmarkt macht uns weiter viel Freude. Aktuell ist die Zeit, in der Börsianer die Expertenprognosen für das kommende Jahr verschlingen – dabei liegen die regelmäßig komplett falsch. Das war auch in 2013 wieder der Fall.

Ende 2012 gaben 43 verschiedene Kreditinstitute ihre Prognosen für das Börsenjahr 2013 ab. Die Meinungen waren dabei – wie gewohnt – extrem unterschiedlich. Der DAX hatte das Jahr 2012 bei 7.600 Punkte beendet. Die Vorhersagen für 2013 reichten von 6.200 bis 8.890 Punkte.

Alleine dieser Sachverhalt lässt bereits erhebliche Zweifel am Nutzwert derartiger Prognosen für die Anleger aufkommen. An wem hätte man sich orientieren sollen? An den 6.200 Punkten von Capital Economics oder den 8.890 Punkten von Nomura? Und wie geht man mit der enormen Divergenz der Prognosen um?

Am besten machen Sie sich darüber nicht allzu viele Gedanken. Denn der Clou an der Geschichte war in 2013 wieder einmal, dass trotz der enormen Spannbreite (die höchste Prognose lag mehr als 43 Prozent über der tiefsten) der Vorhersagen nicht eine einzige Bank auch nur annähernd richtig lag. Kurs vor Jahresende notiert der DAX nämlich bei 9.560 Punkten und damit knapp acht Prozent höher als die größten Optimisten es für möglich gehalten hatten.

Auch wenn man den Durchschnittswert der Prognosen ermittelt wird deutlich, wie weit die Analysten daneben gelegen haben. Dieser lag nämlich bei 8.021 Punkten, was einem Anstieg des DAX von fünf Prozent entsprochen hätte. Die Durchschnittserwartung für den DAX-Endstand in 2013 lag damit – Stand Freitag, 13 Uhr, rund eineinhalb Tage vor dem Ende des Handelsjahres 2013 – um satte 19 Prozent zu niedrig.

Bereits 2012 versagten die Analysten

Damit ist die vorläufige Bilanz der Analysten für 2013 noch schlechter als die für 2012. Damals orakelten die Experten Kurse von 5.000 bis 7.600 Punkten (höchste Prognose 52 Prozent über der niedrigsten). Bei einem tatsächlichen Endstand von 7.612 Punkten lag zumindest der größte Optimist (auch damals übrigens Nomura) unmittelbar am tatsächlichen Endergebnis.

Der Durchschnittswert von 6.424 Punkten lag allerdings auch damals meilenweit, genau genommen 15,6 Prozent, von der Realität entfernt.

Das muss man erstmal verdauen, oder? Dabei gilt: Gerade wenn einigermaßen genaue Prognosen am wichtigsten wären, nämlich vor großen Marktwendepunkten, liegen die Experten am Weitesten daneben.

Beispiel 2008. 2007 hatte der DAX bei 8.067 Punkten beendet, also ganz in der Nähe des damaligen Allzeit-Hochs. 2008 schlug dann die Finanzkrise mit aller Macht durch. Der DAX rauschte in den Keller und schloss das Jahr bei nur noch 4.810 Punkten. Ende 2007 stand der Einbruch unmittelbar bevor.

Bereits im Januar 2008 kam es zu extremen Kurseinbrüchen. Der deutsche Leitindex krachte im Startmonat des Jahres zwischenzeitlich bis auf 6.384 Punkte nach unten. Die Prognosen der Analysten waren zeitlich also nur wenige Wochen oder gar Tage vor dem Beginn des Absturzes veröffentlicht worden.

Man könnte also glauben, dass zumindest sowas wie erhöhte Skepsis in den Prognosen festzustellen gewesen wäre. Wenigstens einen kleinen Rückgang haben die Analysten doch einkalkuliert gehabt für 2008, oder?

Weit gefehlt! Im Durchschnitt waren sie davon ausgegangen, dass der DAX in 2008 um rund zwei Prozent auf 8.156 Punkte ansteigt. Das belegt dieser Artikel aus dem Manager Magazin.

Ironie des Schicksals ist dabei die gewählte Überschrift: „DAX von 10.000 Punkten angemessen.“ Die Redaktion hatte sich dafür entschieden, den Vertreter der WGZ-Bank, des größten Optimisten, zu Wort kommen zu lassen.

Dietmar Wiggermann erklärte durchaus plausibel, warum die Unternehmensgewinne im kommenden Jahr um fünf bis zehn Prozent steigen würden. Unter anderem würden die niedrigen Renditen am Anleihemarkt eine deutlich höhere Bewertung für Aktien angemessen erscheinen lassen.

Tatsächlich wurde 2008 dann mit einem Minus von über 40 Prozent nach 2002 zum zweitschlechtesten Jahr seit der Einführung des Index im Jahr 1987.

Ziehen Sie die Konsequenzen

Um eines klarzustellen: Es geht mir hier nicht darum, irgendjemanden bloĂź zu stellen. Letztlich ist es so, dass am Markt die Nachfrage nach solchen Prognosen groĂź ist und deshalb werden sie entsprechend zahlreich erstellt. Den Banken kann man daher aus rein kommerzieller Sicht keinen Vorwurf machen.

Zumindest zeigen die Analysen verschiedene Szenarien für die Entwicklung im kommenden Jahr auf. Das Szenario von Wiggermann mag analytisch nicht schlechter und auch nicht unwahrscheinlicher als das anderer Prognostiker gewesen sein. Es kam halt nur komplett anders und die Realität ist bekanntlich ein unbestechlicher Richter.

Ich muss in solchen Momenten immer an das Buch „Narren des Zufalls“ des Finanzmathematikers Nassim Taleb denken, in dem er erläutert wie der Mensch sich immer wieder vom Zufall in die Irre führen lässt. Taleb gehört eine Tradingfirma und als allmorgendliches Ritual gibt er seinem Team sinngemäß den Satz mit auf den Weg: „Denkt daran, dass wir viel weniger wissen als wir glauben zu wissen!“

Übertragen auf Marktprognosen könnte man es so formulieren, dass die Faktoren, die Einfluss auf die Entwicklung des Gesamtmarkts nehmen, extrem zahlreich und vielfältig sind. So entstehen äußerst komplexe Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge, aus denen sich zudem eine enorme Eigendynamik entwickeln kann.

Letztlich wäre es das einzig Sinnvolle, dies anzuerkennen und keine Gesamtmarktprognosen zu erstellen- zumindest nicht auf Jahressicht. Demut ist in diesem Zusammenhang ein viel gebrauchter Begriff.

MEIN FAZIT:

Ignorieren Sie jegliche Art von Gesamtmarktprognosen. Sie sind mit derart groĂźer Unsicherheit verbunden, dass ihr Nutzwert gleich null ist.

Eine Auswertung vergangener Jahresprognosen für den DAX von bis zu 200 verschiedenen Analysten zeigt keine Korrelation zwischen den Prognosen und der tatsächlichen DAX-Entwicklung.

Versuchen Sie nicht, den Gesamtmarkt zu prognostizieren, sondern konzentrieren Sie sich auf die Auswahl guter Einzelaktien und legen Sie langfristig an.

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Viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage wĂĽnscht
Armin Brack
Chef-Redakteur Geldanlage-Report
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