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Baader Bond Markets: Der Bann der Niedrigzinsen ist gebrochen

K. Stopp I Baader Markets - Bonds - Marktkommentare - 08.02.2018 - Interactive Chart: EUREX:GG1! - FX:EURUSD - BITSTAMPBTCUSD

Ups, was war das denn? Nach dem Kurseinbruch an den Aktienb√∂rsen vom Montag und Dienstag reiben sich viele immer noch verwundert die Augen. Die pl√∂tzlich aufgekommene Sorge vor dem globalen Ende der lockeren Geldpolitik hatte die Kurse insbesondere an der Wall Street abst√ľrzen lassen. Aber im Grunde war die Reaktion nicht √ľberraschend, zu lange gab es schon Zinserh√∂hungs-Phantasien am Markt. Einzig die Heftigkeit der Reaktion mag verwundern und kann als √ľbertrieben bezeichnet werden. Grunds√§tzlich ist ja zu unterscheiden, ob steigende Renditen durch mangelnde Nachfrage oder infolge einer brummenden Konjunktur entstehen. Und da Letzteres der Fall ist, hat die aktuelle Entwicklung bis zu einem gewissen Punkt nur bedingt einen negativen Touch.

Ok, die USA sind auf Zinsanhebungen eingestellt, aber vieles spricht f√ľr eine weiterhin vorsichtige Vorgehensweise seitens der US-Notenbank Fed. Nat√ľrlich h√§tte sich der neue Notenbankpr√§sident in Washington, Jerome Powell, seinen ersten Arbeitstag anders vorgestellt, aber es ist davon auszugehen, dass er den behutsamen Stil seiner Vorg√§ngerin, Janet Yellen, mehr oder weniger beibehalten wird. Und die Europ√§ische Zentralbank (EZB)? Nun, ihre Strafzinsen, die Ankaufprogramme und die Reinvestitionen werden den Zinsanstieg bei 10-j√§hrigen Bunds weiterhin bremsen, allerdings auch einen manipulationsfreien Markt verhindern. Ohne diese Eingriffe k√∂nnte sich zwar das Zinsniveau mittels echter und nicht k√ľnstlicher Nachfrage am Angebot ausrichten, aber auch eine Rendite von 1% w√ľrde bei einer Inflation zwischen 1,3% und 1,6% den Kapitalsammelstellen nicht wirklich etwas n√ľtzen.

Wie geht‚Äôs also weiter? Noch befinden wir uns im ‚ÄěSch√ľttelmodus", in dem wir uns am Aktienmarkt von den Investoren mit den zittrigen H√§nden trennen ‚Äď jenen, die in den letzten Tagen schon panikartige Reaktionen an den Tag legten. Es ist davon auszugehen, dass die Unsicherheit und damit die Volatilit√§t in den kommenden Tagen noch sehr hoch sein werden. Daf√ľr gibt es vielschichtige Gr√ľnde wie diverse politische Entscheidungen dies- und jenseits des Atlantiks, den Streikaufruf der Gewerkschaften in Frankreich sowie die unterschiedlichen √Ąu√üerungen der Notenbanker zu Sinn und Unsinn einer lockeren Geldpolitik. Aber insbesondere die hohe Volatilit√§t an den Aktienm√§rkten ist den Algorithmen von Handelsprogrammen geschuldet, deren Wirkung durch die modernen Handelsapplikationen nur noch verst√§rkt wird. Weitere Erdbeben an den M√§rkten sind daher immer wieder m√∂glich und f√ľhren zumindest kurzfristig zu einer spiegelbildlichen Kursentwicklung am Aktien- und Rentenmarkt.

Allerdings solange die kurzen Zinsen im Euroraum nicht angehoben werden, ist nicht mit kollabierenden Bondm√§rkten zu rechnen, denn noch funktioniert die Finanzierung langer Laufzeiten mit billigem Geld. Im Fokus der europ√§ischen Notenbanker werden aber in den kommenden Wochen insbesondere die Anleihen Griechenlands -wegen der geplanten ‚ÄěWiedergeburt am Kapitalmarkt"- und Italiens -wegen der bevorstehenden Wahl- stehen. Sei es mit Kommentaren oder sogar im Falle Italiens mit handfesten St√ľtzungsk√§ufen. Hierzu ist noch anzumerken, dass in den vergangenen Wochen insbesondere italienische Banken der EZB - im Rahmen des Anleihekaufprogramms - italienische Staatsanleihen verkauft haben. Generell sollte man beim Thema St√ľtzungsk√§ufe allerdings stets die im Jahre 2015 getroffenen Ma√ünahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im Hinterkopf haben. Denn wie sang schon Gottlieb Wendehals: ‚ÄěAlles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei."

Jedoch ist grunds√§tzlich anzumerken, dass der Bann der Niedrigzinsen gebrochen ist und das wird auch so bleiben. Die Finanzm√§rkte k√∂nnen mit h√∂heren Zinsen ja grunds√§tzlich -bis zu einem gewissen Level- ganz gut leben. Jedoch h√§tte ein zu rasanter Anstieg der Zinsen im Euroraum nicht nur negative Folgen f√ľr stark verschuldete Staaten, sondern auch f√ľr die inzwischen sehr hohe Verschuldung von Unternehmen (teils auf Vorrat) - ein Umstand, der √ľbrigens in Zukunft zu einem Anstieg der Ausfallraten f√ľhren d√ľrfte.

Tory-Hinterbänkler hoch im Kurs

Die grimmigen alten M√§nner der britischen Tory-Partei haben Jacob Rees-Mogg zum K√∂niginnenm√∂rder auserkoren. Geht es nach dem Willen der EU-Hasser in der Regierungspartei, so soll der 48-J√§hrige die Premierministerin Theresa May beerben. Rees-Mogg geh√∂rt zu den Hardlinern, die einen harten Brexit bef√ľrworten und May innerhalb der eigenen Partei massiv unter Druck setzen. Zu den Rebellen geh√∂rt auch Au√üenminister Boris Johnson, der May vor Kurzem ‚Äěmit der Kavallerie‚Äú gedroht hatte, sollte der Vorschlag einer k√ľnftigen Mitgliedschaft in der Zollunion bei Kabinettssitzungen auf den Tisch kommen.

Ein Schelm, wer B√∂ses dabei denkt, wenn in dieser Woche die Premierministerin pl√∂tzlich eine Zollunion mit der EU kategorisch ausschlie√üt. Zuvor wurde in London dar√ľber spekuliert, die Regierung k√∂nnte eine teilweise Mitgliedschaft in der Zollunion anstreben. Mit diesem pragmatischen Ansatz w√§re ein freier Warenverkehr zwischen Gro√übritannien und der EU auch nach dem Brexit gesichert. Ebenso w√§ren Grenzkontrollen zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem britischen Nordirland obsolet gewesen. Letzteres gilt als eine der am schwierigsten zu beantwortenden Fragen, welche der britische EU-Austritt mit sich bringt. Dass May der Idee einer Zollunion nun eine Absage erteilt, muss folglich als Einknicken gegen√ľber den Brexiteers in den eigenen Reihen gewertet werden.

Die Antwort der EU lie√ü nicht lange auf sich warten. Michel Barnier, Brexit-Chefverhandler der EU, hat London prompt gewarnt, dass neue Handelsschranken zwischen der Union und Gro√übritannien ‚Äěunvermeidlich‚Äú seien, wenn das Land die Zollunion tats√§chlich verlasse. Und diese Einschr√§nkungen werden auch den Finanzsektor betreffen, so dass der EU-Pass, mit dem britische Banken bisher reibungslos Gesch√§fte mit dem Rest der EU machen konnten, laut Barnier dann ‚Äěebenfalls weg‚Äú w√§re.

US-Handelsdefizit verdirbt Trump die Laune

Und das passiert ausgerechnet ihm, D. T., dem Unberechenbaren! Wollte sich doch Donald Trump als ein Pr√§sident profilieren, der die US-Wirtschaft im internationalen Handel st√§rkt. Nun aber h√§ufen die USA im ersten Jahr von Trumps Amtszeit ein Handelsdefizit an, das so hoch ist wie zuletzt 2008, im Jahr der Finanzkrise. Nach Angaben des US-Handelsministeriums in Washington legte der Fehlbetrag im Gesamtjahr 2017 gegen√ľber dem Vorjahr um 12% auf 566 Mrd. USD zu. Die USA haben also 2017 deutlich mehr aus dem Ausland importiert als ins Ausland verkauft.

Man kann das US-Handelsdefizit schon als chronisch bezeichnen. Ob allerdings eine protektionistische Wirtschaftspolitik, wie sie Trumps Regierung betreibt, eine gedeihliche Lösung zum Wohle aller am Welthandel Beteiligten sein wird, darf bezweifelt werden. Bekanntlich will Trump ja durch Neuverhandlungen von Handelsabkommen und hohen Einfuhrzöllen das Handelsbilanzdefizit der USA senken.

Insbesondere das US-Defizit gegen√ľber China, das Trump ein Dorn im Auge ist, hat sich 2017 weiter erh√∂ht. Es ist um weitere 8% auf den Rekordwert von 375 Mrd. USD gestiegen. Vor kurzem hatte Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos chinesische Praktiken im Welthandel als ‚ÄěRaubtierpraktiken‚Äú gegei√üelt. Richtig ist, dass westliche Firmen immer wieder Ungleichgewichte im Handel mit China beklagen. So hatte auch Frankreichs Pr√§sident Emmanuel Macron im Januar, bei seinem ersten Staatsbesuch in Peking, einen besseren Zugang f√ľr europ√§ische Firmen auf dem chinesischen Markt gefordert. Im Handel mit allen L√§ndern der Europ√§ischen Union ging Chinas Handelsbilanz√ľberschuss im vergangenen Jahr um etwas mehr als 4% auf 129 Milliarden Dollar zur√ľck.

Achterbahnfahrt des Bitcoin-Kurses

Die umstrittene Kryptow√§hrung Bitcoin ist auf Talfahrt gegangen, hat sich aber am Mittwoch wieder auf √ľber 8.000 USD erholt. Aber mit einem zwischenzeitigen Kurs von fast 6.000 USD am Dienstag hatte die Digitalw√§hrung ihren Wert seit Jahresbeginn mal locker mehr als gedrittelt. Noch Mitte Dezember notierte der Bitcoin auf einem Rekordhoch von ca. 19.800 USD. Laut der Informationsplattform Coindesk hat sich die allgemeine Marktkapitalisierung der Kryptow√§hrungen seit Anfang Januar auf 366 Mrd. USD halbiert. Auf das Gesamtjahr 2017 bezogen ist der Bitcoin aber immer noch um mehr als 600% nach oben geschnellt.

Als Ausl√∂ser des Kurssturzes ist eine Gemengelage aus Regulierungsbestrebungen des bisher unregulierten Handels mit Kryptow√§hrungen und zunehmenden Hackerangriffen zu sehen. Hinzu kommt, dass unter der Talfahrt an den internationalen Aktienm√§rkten riskante Anlagen wie die Kryptow√§hrungen besonders zu leiden haben. Damit werden die Bitcoins zum Opfer ihrer eigenen riskanten Konstruktion, handelt es sich dabei doch nicht um W√§hrungen im klassischen Sinn und somit fehlt ihnen die Wertstabilit√§t. Dar√ľber hinaus besteht eine hohe Missbrauchsgefahr wegen der Anonymit√§t des Zahlungsvorgangs. Erst am Montag hatte EZB-Chef Mario Draghi vor Digitalw√§hrungen gewarnt, w√ľrden sie doch als sehr riskante Wertanlagen gelten. Die Bankenaufsicht der EZB untersucht derzeit die Risiken der Digitalw√§hrungen.

Bekanntlich frisst die Produktion von Kryptow√§hrungen auch Unmengen an Strom. Aufgrund der hohen Rechnerleistungen, die zur Herstellung n√∂tig sind, verbrauchen die f√ľr die Digitalw√§hrungen eingesetzten Computer √§hnlich viel Strom wie ganz Argentinien. So wird f√ľr 2018 ein Verbrauch in H√∂he von 140 Terrawattstunden erwartet, was 0,6% des weltweiten Stromverbrauchs entsprechen w√ľrde. Bitcoins konterkarieren also auch den Klimaschutz.

Athen verschiebt Testlauf am Kapitalmarkt

Eigentlich wollte Athen seinen Testlauf mit einer siebenj√§hrigen Staatsanleihe bereits in dieser Woche starten. Doch die Turbulenzen an den internationalen B√∂rsen machten den Griechen einen Strich durch die Rechnung. So hat Athen seine R√ľckkehr an den Kapitalmarkt zun√§chst verschoben, wie die ‚ÄěFinancial Times‚Äú schreibt. Um die 3 Mrd. ‚ā¨ hoffte Griechenland aufnehmen zu k√∂nnen und damit ein Geld-Polster f√ľr die dauerhafte R√ľckkehr an die M√§rkte zu schaffen.

Bereits 2014 war Athen ein erster Testlauf gelungen und ein zweiter schloss sich im Juli 2017 an, als das Finanzministerium mit Anleihen insgesamt 3 Mrd. ‚ā¨ bei einer Laufzeit von f√ľnf Jahren einsammelte. Jetzt sollte der dritte Testballon am Bond-Prim√§rmarkt nach der Schuldenrestrukturierung folgen, um die Investitionsbereitschaft erneut auszuloten.

Allzu lange wird man sich allerdings nicht mehr gedulden m√ľssen, denn die H√§user Barclays, BNP Paribas, Citigroup, J.P. Morgan und Nomura warten nur auf stabile Marktverh√§ltnisse, um die Ma√ünahme zu starten.

Unilever legte einen 3er-Pack auf

Auch in der Karnevalswoche ließ die Emissionstätigkeit der Unternehmen nicht nach. So begaben Unilever einen 3er-Pack, Ford Motor Credit eine Dualtranche und KME platzierte erfolgreich einen 5-jährigen Bond.

Einer der weltweit gr√∂√üten Hersteller von Verbrauchsg√ľtern, Unilever, sammelte insgesamt 2 Mrd. ‚ā¨ am Kapitalmarkt mittels Anleihen ein. Die erste 500 Mio. ‚ā¨ schwere Tranche (A19V7Q) ist am 12.08.2023 f√§llig und hat einen j√§hrlichen Kupon in H√∂he von 0,5%. Begeben wurde der Bond zu 99,494%, was einem Emissionsspread von +3 bps √ľber Mid Swap gleichkam. Der zweite Bond (A19V7R) hat ein Emissionsvolumen von 700 Mio. ‚ā¨ und zahlt den Investoren bis zur F√§lligkeit am 12.02.2027 einen j√§hrlichen Zins von 1,125%. Der Reoffer lag bei 99,609% (+15 bps √ľber Mid Swap). Die dritte Anleihe (A19V7S) l√§uft bis zum 12.02.2033 und ist mit einem Kupon von 1,625% ausgestattet. Die nominal 800 Mio. ‚ā¨ konnte Unilever mit 99,132% erfolgreich platzieren, was einem Spread von +25 bps √ľber Mid Swap entsprach. Unilever w√§hlte bei allen 3 Anleihen, wie auch Ford Motor Credit und KME, die bei Privatanlegern unbeliebte Mindestst√ľckelung von 100.000 ‚ā¨.

Ford Motor Credit nahm mittels einer 4- und 7-j√§hrigen Anleihe frisches Geld am Kapitalmarkt auf. Mit dem ersten 750 Mio. ‚ā¨ schweren Bond (A19V3P) refinanziert sich das Unternehmen bis zum 07.12.2022 variabel. Der Kupon richtet sich nach dem viertelj√§hrlichen Euribor plus 0,42PP. Ausgegeben wurde das Papier zu pari. Der zweite Bond (A19V3Q) hat ein Emissionsvolumen von 500 Mio. ‚ā¨ und ist am 07.02.2025 endf√§llig. Ford Motor Credit zahlt den Anlegern hierbei j√§hrlich 1,355% Zinsen. Der Reoffer lag ebenfalls bei 100% und entsprach damit einem Emissionsspread von +60 bps √ľber Mid Swap.

Als letzter im Bunde begab der deutsche Hersteller von Produkten aus Kupfer, KME, eine Anleihe mit einem Volumen von 300 Mio. ‚ā¨. Der Bond (A2G8U5) zahlt den Investoren bis zur F√§lligkeit am 01.02.2023 einen festen j√§hrlichen Zins in H√∂he von 6,75%. Dieser kommt jeweils im April und Oktober eines jeden Jahres zur Auszahlung. Der Emissionspreis lag bei 98,953%, was einen Spread von +693 bps √ľber der vergleichbaren Bundesanleihe bedeutete. Die hundertprozentige Tochter des Mail√§nder Unternehmens Intek Group S.p.A. mit Sitz in Osnabr√ľck nahm neben einer Make Whole Option drei zus√§tzliche K√ľndigungstermine in die Emissionsbedingungen auf. So ist der Bond vom Emittenten jederzeit ab dem 01.02.2020 zu 103,375%, ab dem 01.02.2021 zu 101,688% und ab dem 01.02.2022 zu pari k√ľndbar.

Wann kommt die zweite Welle?

Nachdem am vergangenen Freitag sich in den USA mit der Ver√∂ffentlichung des Arbeitsmarktberichts ein Lohndruck abzeichnete, haben die internationalen Aktienm√§rkte den ‚ÄěFreien Fall ohne Fallschirm‚Äú getestet, was zu massiven Umschichtungen in amerikanische und teilweise europ√§ische Staatsanleihen f√ľhrte. Doch bereits nach 48 Stunden hat sich die Lage zumindest vor√ľbergehend beruhigt und die meisten Trades wurden wieder r√ľckg√§ngig gemacht, so dass jetzt die eigentlichen Themen am Rentenmarkt in den Fokus der Investoren r√ľcken.

Die anvisierte Marke von 0,75% als Rendite f√ľr 10-j√§hrige Bundesanleihen hat unterm Strich gehalten und bekanntlich geh√∂rt den Mutigen die Welt. Aber viele der urspr√ľnglich auf diesem Niveau geplanten K√§ufe wurden nicht get√§tigt, so dass die alte B√∂rsenweisheit: ‚ÄúWer wartet, ist immer zu sp√§t.‚Äú zum Tragen kam. Allerdings ist noch nicht aller Tage Abend und die zweite Welle wird kommen. Denn ohne die Turbulenzen an den Aktienm√§rkten w√§re diese Gegenbewegung in dem weiterhin intakten Abw√§rtskanal nicht m√∂glich gewesen. Fakt ist, die Zinswende wurde eingeleitet, und sollte kein St√∂rfeuer von anderen Assetklassen erzeugt werden, so wird das auch in den n√§chsten Monaten das marktbeherrschende Thema sein.

Charttechnisch verl√§uft eine Unterst√ľtzungslinie bei ca. 157,50% und erst bei einem nachhaltigen √úberspringen der oberen Begrenzungslinie des Abw√§rtskanals bei ca. 159,40% w√ľrde ein Umdenken notwendig werden. In den kommenden Tagen ist innerhalb dieser Tradingrange alles m√∂glich. Aktuell notiert der Euro-Bund-Future bei 158,15% und somit in der neutralen Zone.

Warten auf die ‚Äěgr√ľne‚Äú Staatsanleihe Belgiens

In ‚Äěfreudiger‚Äú Erwartung der ersten ‚Äěgr√ľnen‚Äú Staatsanleihe Belgiens mussten sich die Investoren noch mit den Aufstockungen von Altemissionen in √Ėsterreich (A188ES / 2023 ; A19VB0 / 2028) und Deutschland bzw. einer neuen finnischen Anleihe (A19WBB / 2034) zufrieden geben.

Die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland hat am Dienstag bereits 1 Mrd. ‚ā¨ in der inflationsindexierten Anleihe des Bundes und zur Wochenmitte 3 Mrd. ‚ā¨ in der aktuellen 10-j√§hrigen Bundesanleihe im Tenderverfahren angeboten. Die Zuteilung des Linkers (103056) erfolgte bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,90% und f√ľr die Benchmarkanleihe (110244) wurde eine Durchschnittsrendite von +0,69% akzeptiert. Beide Tender waren √ľberzeichnet, so dass zur Marktpflege weniger als 20% des angestrebten Emissionsvolumens umgebucht wurden. Den Schlusspunkt im staatlichen, europ√§ischen Prim√§rmarkt beabsichtigt am heutigen Donnerstag Irland zu setzen. Hierzu ist die Aufstockung zweier Altemissionen (A19UMH / 2028 ; A19BHN / 2037) geplant.

In den USA hatten die Anleger in dieser Woche eher die ‚ÄěQual der Wahl‚Äú. Denn insgesamt wurden T-Bills (4 Wochen sowie 3 und 6 Monate) f√ľr 105 Mrd. USD und f√ľr 64 Mrd. USD T-Notes (3 sowie 10 Jahre) und 30-j√§hrige T-Bonds angeboten. Bemerkenswert war hierbei insbesondere vor dem m√∂glichen ‚ÄěGovernment Shutdown‚Äú bzw. der f√ľnften √úbergangsfinanzierung, dass das Volumen der kurzen T-Bills mit einer Laufzeit von 4 Wochen auf ein Drittel des durchschnittlichen Volumens in 2017 gek√ľrzt wurde. Die Zuteilung der 15 Mrd. USD wurde bei einer Rendite von 1,480% (Vw.: 1,440%) vorgenommen und nach der nun m√∂glichen Einigung im Haushaltsstreit ist die Rendite f√ľr das 4-Wochen-Geld wieder auf 1,355% gesunken.

Turbulenzen lassen EUR/USD annähernd kalt

Die st√§rkste und gr√∂√üte Rakete der Welt startete erfolgreich ins Weltall. An Bord hatte die ‚ÄěFalcon Heavy‚Äú einen roten Tesla-Roadster. Damit wird dieses Ereignis in die Geschichtsb√ľcher eingehen und der Traum, Menschen auf den Mars fliegen zu k√∂nnen, wird ein wenig realer.

An den internationalen Finanzm√§rkten sorgte der Kurseinbruch bei Aktien zu Wochenbeginn ebenfalls f√ľr geschichtstr√§chtige Schlagzeilen. Am Devisenmarkt hingegen hatte das B√∂rsenbeben beim W√§hrungspaar EUR/USD anf√§nglich kaum Auswirkungen. Zum Start in die neue Woche er√∂ffnete die Einheitsw√§hrung den Handel bei 1,2456 USD. Seither bewegt sich das Devisenpaar in einer Handelsspanne zwischen 1,2245 USD und 1,2475 USD, was insbesondere den mahnenden Worten von √Ėsterreichs Notenbank-Gouverneur Nowotny geschuldet ist, der den USA vorwarf, den USD bewusst zu dr√ľcken. Mit Blick auf die vergangenen Handelstage zeigt sich die US-Valuta leicht verbessert und konnte sich von ihrem Dreijahrestief, aufgestellt am 25. Januar 2018 bei 1,2537 USD, wieder etwas l√∂sen. Zur Stunde notiert die Gemeinschaftsw√§hrung bei 1,2270 USD.

Nach dem gestrigen Zinsentscheid der brasilianischen Notenbank (Reduzierung des SELIC-Satzes von 7% auf 6,75%) handelt der Euro im Vergleich zum brasilianischen Real derzeit bei ca. 4,015 BRL. Im Vorfeld der Zentralbanksitzung stieg die Einheitswährung bis auf 4,0617 BRL und damit auf den höchsten Stand seit Mai 2016.

Zu den favorisierten W√§hrungsanleihen z√§hlten in dieser Woche abermals die US-Dollar Bonds. Dar√ľber hinaus standen Anleihen auf australische Dollar, s√ľdafrikanische Rand, russische Rubel und vereinzelt auch brasilianische Real auf den Kauflisten.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontrof√ľhrung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

Disclaimer
Die Baader Bank AG ist eine der f√ľhrenden Investmentbanken f√ľr die DACH-Region (Deutschland, √Ėsterreich, Schweiz) und Marktf√ľhrer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker ist die Bank f√ľr die b√∂rsliche und au√üerb√∂rsliche Preisfindung von √ľber 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungsl√∂sungen f√ľr Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber: Baader Bank AG, Weihenstephaner Str. 4, 85716 Unterschleißheim, Deutschland, www.baaderbank.de

Redaktion:
Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG
Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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