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Rohstoffe: Ölpreisrückgang erwartet

Börse Frankfurt - Commodities - 07.02.2018 - Interactive Chart: NYMEX:CL1! - ICEEUR:CB1! - COMEX:HG1!

7. Februar 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der kräftige Preisanstieg vieler Rohstoffe in der zweiten Jahreshälfte 2017 hat sich in den ersten Wochen des neuen Jahres fortgesetzt, zuletzt gab es aber einen kleinen Dämpfer.

Den Rücksetzer beim Ölpreis erklären Analysten mit der in den vergangenen Tagen miserablen Stimmung an den Aktienmärkten. Der Brent-Preis war bis vor zwei Wochen auf in der Spitze 71,20 US-Dollar je Barrel gestiegen, aktuell sind es 67 US-Dollar. Der Preis ist allerdings immer noch hoch, so hoch wie zuletzt im Mai 2015. Gegenüber dem Tief vom Januar 2016 bei 29 US-Dollar hat sich die Notierung mehr als verdoppelt.

Preisanstieg übertrieben

"Gestützt wurde der Preis zuletzt durch die hohen Produktionsausfälle in Venezuela", erklärt Barbara Lambrecht von der Commerzbank. Schließlich werde dadurch das Opec-Angebot derzeit um fast 40 Prozent mehr reduziert als im Kürzungsabkommen vereinbart. Doch selbst bei einer solch geringen venezolanischen Produktion sei das Angebot nicht knapp. "Denn aus den USA fließt immer mehr Öl an den Markt." Vor diesem Hintergrund hält Lambrecht das aktuell hohe Preisniveau für fundamental nicht gerechtfertigt. "Allerdings dürften neben den hohen Ausfällen in Venezuela auch der schwache US-Dollar und die Konjunktureuphorie eine schnelle Preiskorrektur vorerst verhindern, der Ölpreis also nur allmählich nachgeben." Für das Jahresende erwartet die Bank einen Brent-Preis von 60 US-Dollar.

"Opec und Russland sind wohl bereit, die Produktionsbeschränkungen auch über Jahresultimo hinaus aufrecht zu erhalten", kommentiert Heinrich Peters von der Helaba. Die Bank geht kurzfristig von einer Spanne für Brent von 60 bis 70 US-Dollar aus und rechnet weiterhin mit einer Preisberuhigung in Richtung 60 US-Dollar im Jahresverlauf. "Große Unbekannte bleiben das relativ preiselastische US-Angebot und die China-Nachfrage."

Öl-ETCs ab Abgabelisten

Auch Anleger erwarten offenbar wieder niedrigere Preise. "Bei Rohöl-ETCs wie dem ETFS Brent Crude (WKN A1N49P) kam es in der 24. Woche in Folge zu Abflüssen", berichtet Jan-Hendrik Hein von ETF Securities. An der Börse Frankfurt waren die Umsätze in den vergangenen vier Wochen besonders hoch im ETFS WTI Crude Oil (WKN A0KRJX), ETFS Brent 1mth (WKN A0KRKM) und db Brent Crude Oil Booster Euro Hedged (WKN A1AQGX).

Abflüsse aus Gold

Der Goldpreis hält sich zwar deutlich oberhalb der 1.300 US-Dollar-Marke, ist mit aktuell 1.329 gegenüber 1.358 US-Dollar je Feinunze vor zwei Wochen aber wieder etwas gesunken. Ein Ende fand der Höhenflug des Palladiumpreises, der Mitte Januar 1.129 US-Dollar erreicht hatte, jetzt sind 1.008 US-Dollar.

Nach Ansicht von Peters ist Gold als Absicherungsinstrument zunehmend gefragt. "Nachdem Gold in jüngster Zeit offenbar zur Absicherung gegen den schwachen US-Dollar genutzt wurde, dürfte allmählich wieder die langfristige Versicherung gegen Inflation und extreme Ereignisse an Bedeutung gewinnen", erklärt der Rohstoffanalyst. Er geht davon aus, dass Gold bei zunehmender Risikoaversion der Marktteilnehmer im weiteren Jahresverlauf bei einem erneuten Anlauf auch die massive Widerstandszone bei 1.350 US-Dollar überwinden wird.

ETC-Anleger trennen sich auch von Gold: "Bei Gold-ETCs kam es aufgrund des starken US-Beschäftigungsberichts zu den höchsten Abflüssen seit September 2017", erklärt Hein. Die Beschleunigung der Lohnzuwächse schüre nun Spekulationen, die US-Notenbank könne die Zinsen aggressiver anheben als erwartet. "Das unrentierliche Gold ist im neuen Umfeld steigender Zinsen durchaus gefährdet." An der Börse Frankfurt konzentrierten sich Anleger bei den Edelmetallen auf Xetra-Gold (WKN A0S9GB), gefolgt von db Physical Gold Euro Hedged (WKN A1EK0G), db Physical Silver Euro Hedged (WKN A1EK0J), db Physical Silver (WKN A1E0HS) und Source Physical Gold (WKN A1MECS).

Weiter teure Industriemetalle

Die Preise der meisten Industriemetalle liegen weiter auf hohem Niveau: Zink hat sich nochmals verteuert und kostet jetzt 3.530 US-Dollar die Tonne, Anfang 2016 war es weniger als die Hälfte. Der Aluminiumpreis liegt mit 2.170 US-Dollar immer noch so hoch wie zuletzt vor sechs Jahren. Der Kupferpreis hat sich nach dem deutlichen Anstieg seit Sommer zuletzt seitwärts bzw. nach unten bewegt, aktuell kostet die Tonne 7.032 US-Dollar. Das ist aber immer soviel wie zuletzt im Sommer 2014. "US-Dollar und Weltwirtschaft unterstützen die Industriemetallpreise, selbst wenn China im Januar wegen der hohen Preise weniger importiert hat", kommentiert Lambrecht.

Kupfer & Co: Keine Luft mehr nach oben

Peters ist skeptisch, was einen Preisanstieg angeht: "Die Chancen auf Kursgewinne sind bei Primärmetallen im Zyklus in der Regel dann am geringsten, wenn die Konjunktur sich im Zenit befindet und die Wahrscheinlichkeit sinkender Wachstumsraten am höchsten ist." Diese Phase sei wohl bald erreicht. "Die Konzentration auf der Produzentenseite mag einen schockartigen Angebotsdruck zwar verhindern, dennoch ist angesichts des inzwischen erreichten Preisniveaus mittelfristig eher mit sichtbaren Produktionsüberschüssen zu rechnen."

von: Anna-Maria Borse
7. Februar 2018, © Deutsche Börse AG

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