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Marktkommentar: Langfristige Renditen: Es tut sich was

HSH Nordbank Research - Bonds - Marktkommentare - 11.01.2018

Kapitulation. Das war der vorherrschende Eindruck, den man in den vergangenen Monaten im GesprĂ€ch mit Anlegern gewinnen konnte, wenn es um die Aussichten fĂŒr die Zinsen ging. Mit den Worten „die steigen nie mehr, Zero4Eva, die Renditen sind wie festgenagelt“ wurde diese Resignation beschrieben. Auf der Jagd nach Rendite werden fĂŒr Unternehmensanleihen RisikoprĂ€mien akzeptiert, die diesen Namen nicht verdient haben; KryptowĂ€hrungen erfahren eine an die hollĂ€ndische Tulpenmania erinnernde Spekulationswelle; und die als alternativlos dargestellten Aktien jagen unter anderem in den USA von einem Rekord zum nĂ€chsten.

Aber Sie kennen das Sprichwort, das sich hier auf die Zinsentwicklung anwenden lĂ€sst: Wenn die Nacht am dunkelsten ist, ist die DĂ€mmerung am nĂ€chsten. Der jĂŒngste Anstieg der Staatsanleiherenditen lĂ€sst ahnen, dass die Sonne bald aufgehen könnte. So sind die zehnjĂ€hrigen T-Notes-Renditen aus den USA auf ĂŒber 2,50 % gestiegen, immerhin 50 Basispunkte seit September 2017 und das höchste Niveau seit MĂ€rz 2017. Und auch die Bunds zeigen wieder Lebenszeichen.

Sie werden sagen: Das ist eine von den vielen Warnungen vor höheren Zinsen, die in den letzten Jahren von verschiedenen Seiten immer wieder geĂ€ußert wurden. Am Ende entpuppte sich der angebliche Trend stets als ein vorĂŒbergehendes Strohfeuer. Kann man diesen Irrtum dieses Mal ausschließen? Nein. Statt zu kapitulieren, sollte man sich jedoch mit drei Fragen auseinandersetzen. Kommt die Inflation? Was machen die Notenbanken? Und schließlich: Bleiben die Anleger risikofreudig?

Kommt die Inflation? Die Inflationszahlen sind bislang ernĂŒchternd. Die Kernraten (ohne Lebensmittel und Energie) liegen bei 1,3 % in den USA und 0,9 % in der Eurozone und somit weit von den 2 Prozent-Zielmarken entfernt. Laut dem DPI-Onlinepreisindex von Adobe ist die Digitalwirtschaft teilweise dafĂŒr verantwortlich, dass die Teuerungsrate trotz boomender Konjunktur nicht in Gang kommt. Mit dem steigenden Auslastungsgrad der Volkswirtschaften, der sich in fallenden Arbeitslosenraten dies- und jenseits des Atlantiks sowie einer zunehmenden KapazitĂ€tsnutzung in der Industrie Ă€ußert, sollte die Inflation in den USA vermutlich noch in diesem Jahr auf ĂŒber 2 % steigen und auch in der Eurozone ist mit einer leicht höheren Teuerungsrate zu rechnen.

Damit kann man sich der Frage zuwenden, was die Notenbanken machen. In den USA ist der Pfad vorgezeichnet. Mit drei Zinserhöhungen dĂŒrfte in diesem Jahr das Straffungstempo von 2017 beibehalten werden. Innerhalb des EZB-Rates mehren sich gleichzeitig die Stimmen, die fĂŒr eine baldige Beendigung des QE-Programms plĂ€dieren. Selbst in Japan macht man sich Gedanken ĂŒber die Zukunft des Staatsanleihenankaufprogramms. Kurz: Die UnterstĂŒtzung der BondmĂ€rkte durch die Notenbanken wird geringer und wird in absehbarer Zeit in Gegenwind umschlagen.

Bleibt die Risikofreude der Anleger. Gemessen an der Kaufbereitschaft an den AktienmĂ€rkten, ist diese derzeit hoch. NatĂŒrlich könnte US-PrĂ€sident Donald Trump oder der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un hier einen Strich durch die Rechnung machen. Auch ein Platzen der vermutlichen Bitcoin-Blase wĂŒrde fĂŒr NervositĂ€t sorgen. Die erfreulichen Konjunkturdaten, die US-Steuerreform und die grĂ¶ĂŸere politische StabilitĂ€t in der Eurozone sprechen jedoch dafĂŒr, dass die Anleger weiterhin bereit sind, Risiken einzugehen und von Staatsanleihen in andere Vermögensklassen umschichten werden.

Die Nacht geht zuende und den Anlegern dÀmmert, dass Renditen auch steigen können.

Redaktionsschluss: 11.01.2018

Autor: Cyrus de la Rubia , HSH-Nordbank

Hinweis
Der Marktkommentar ist ein Auszug aus dem wöchenlich erscheinenden Wochenbarometer fĂŒr die Renten- und DevisenmĂ€rkte der HSH Nordbank. Den vollstĂ€ndigen Bericht und weitere Publikationen erhalten Sie auf unternehmerpositionen.de und HSH-Nordbank.de Bitte beachten Sie die Hinweise und den Disclaimer auf HSH-Nordbank.de und in den jeweiligen Publikationen.

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