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Anleihen: US-Dollar-Bonds gesucht

Börse Frankfurt - Bonds - 01.12.2017 - Interactive Chart: EUREX:GG1! - CBOT:ZB1!

1. Dezember 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die unsichere politische Lage in Berlin wirkt sich weiterhin nicht aus auf den Anleihemarkt. "Die Politik hat keinen Einfluss", stellt Arthur Brunner von der ICF Bank fest.

Auf Wochensicht hat sich der Euro-Bund-Future unter Schwankungen weiter seitwärts bewegt, am Freitagmittag liegt der Indikator bei 163,29 Punkten nach 163,06 vor einer Woche. Zehnjährige Bundesanleihen werfen 0,36 Prozent ab nach 0,37 Prozent vergangenen Freitag. "Langeweile auf dem Staatsanleihemarkt: Renditen scheinen wie festgenagelt", fasst Sintje Boie von der HSH Nordbank zusammen.

In den USA gilt eine Zinserhöhung am 13. Dezember schon als eingepreist. "Zu der Fortsetzung der graduellen Zinsanhebungen durch die Fed hat sich anlässlich einer Senatsanhörung zuletzt Jerome Powell bekannt", berichtet Boie. Der designierte Nachfolger von noch Fed-Chefin Janet Yellen signalisiere damit Kontinuität

Hohe Annahmequote bei Griechenland-Swap

Der von Griechenland angebotene Umtausch von 20 aus der Umschuldung hervorgegangener Anleihen im Wert von knapp 30 Milliarden Euro in fünf neue Bonds kommt gut an. "Die Annahmequote liegt bei 86 Prozent", erklärt Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Die Altanleihen (WKN A1G1UA) standen auf den Verkaufslisten. "Da wird zum Jahresende aufgeräumt."
DanielDaniel

Wie "Die Welt" heute berichtet, machen Anleger mit dem Tausch aber kein gutes Geschäft: Bei den neuen Schuldtiteln seien wichtige Gläubigerschutzklauseln aufgeweicht worden, heißt es. Das Finanzministerium habe die sogenannte Pari-Passu-Klausel geschwächt, die gewährleistet, dass die Gläubiger der Anleihen mit anderen gleichgestellt sind. Die Negativklausel sei ganz gestrichen worden, Athen könne also künftig neuen Gläubigern besondere Sicherheiten einräumen, ohne diese auch den bestehenden zu gewähren.

Venezuela-Bonds weiter auf niedrigem Niveau

Die Unruhe um Venezuela hat sich etwas gelegt: "Die Umsätze in den Anleihen sind nicht mehr so hoch", erklärt Rainer Petz von Oddo Seydler. Das Land hatte Anfang November eine Umschuldung seiner Auslandskredite inklusive der des staatlichen Ölkonzerns PDVSA angekündigt. Daniel meldet Verkäufe in den bis 2028 laufenden Papieren mit Kupon von 9,25 Prozent (WKN A0TU0G). "In den PDVSA-Bonds (WKN A1ZBN3, A0NRTC, A0NRHT) war gar nichts los."

Spekulieren auf Lira-Anstieg



Deutlich verteuert haben sich einige HSH Nordbank-Anleihen (WKN 542696). "Anleger hoffen auf ein positives Ende der Übernahmeschlacht", meint Petz. Ende Oktober war das Bieterverfahren für die Bank mit einigen verbindlichen Angeboten abgeschlossen worden, Namen wurden nicht genannt. Reuters zufolge sind noch Apollo, Socrates und das Konsortium aus Cerberus und Christopher Flowers im Rennen.
PetzPetz

Für Anleihen auf türkische Lira meldet Daniel neben anhaltenden Verkäufen auch immer mehr Käufe. "Mancher sieht wohl ein Tief erreicht." Zugegriffen werde etwa in einer KfW-Anleihe (WKN A1SR83) mit Laufzeit bis 2020 und Kupon von 9,25 Prozent. Die türkische Lira war vor kurzem zum Euro auf ein neues historisches Tief von 4,72 Lira gefallen, aktuell sind es 4,69 Lira zum Euro.

US-Dollar-Bonds überzeugen mit Zinsen

Allgemein beliebt sind wegen der höheren Kupons derzeit US-Dollar-Anleihen, wie die Händler berichten. "Bei uns verschiebt sich das Verhältnis zunehmend von Euro- in Richtung US-Dollar-Bonds", erklärt Petz. Neben den attraktiveren Renditen liege das auch an der in der Regel niedrigen Stückelung von 2.000 US-Dollar. Neue Euro-Anleihen mit privatanlegerfreundlichen Stückelung sind derzeit hingegen eher selten.

Außerdem setzen Anleger mit dem Kauf von US-Dollar-Anleihen auf den Anstieg der US-Währung infolge der Zinserhöhungen", ergänzt Brunner. "Der US-Dollar hat ja in diesem Jahr ordentlich Federn gelassen." Als Beispiel für einen beliebten US-Dollar-Bond nennt er ein Papier von Nestlé in der US-Währung mit Kupon von 2,25 Prozent und Laufzeit bis 2022 (WKN A19G7G). Die Anleihe wird aktuell unter Pari gehandelt.

Zu Portfoliobereinigungen kommt es Daniel zufolge derzeit auch in anderen Unternehmensanleihen. Betroffen seien etwa Papiere der insolventen MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft (WKN A1RE7V) und des ebenfalls insolventen Münchener Immobilienentwicklers Golden Gate (WKN A1KQXX).

Neues von der Deutschen Bahn
Der Reigen der Neuemissionen geht weiter. Klaus Stopp von der Baader Bank spricht von einer "großen Auswahl für Investoren" - allerdings fast ausschließlich institutionelle Investoren. Neues in kleinanlegerfreundlichen Stückelung von 1.000 Euro gibt es von der Deutschen Bahn (WKN A2G868): Das Unternehmen legte eine siebenjährige Anleihe mit variablen Zins in Höhe des Dreimonat-Euribor zuzüglich 0,37 Prozentpunkten auf, wie Stopp meldet. Emittiert wurde der Floater zu 101,428 Prozent, am Freitagmorgen liegt der Kurs bei 101,517 Prozent.

Von: Anna-Maria Borse
1. Dezember 2017, © Deutsche Börse AG

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