Research I Indizes

weitere Kolumnen & Analysen

Anzeigen

amp biosimiliars: Warum die Kursexplosion beim deutschen Biosimilars-Newcomer nicht nachhaltig ist

Armin Brack - Indizes - 07.04.2015

Lieber Geldanleger, als ich am Donnerstag in meinem DGAP-Nachrichtenticker (übrigens kostenlos unter www.dgap.de abrufbar; mit einem kleinen Browser Add-on aktualisiert sich die Seite alle zehn Sekunden selbst; empfehlenswert!) die Meldung über das Listing von amp biosimilars las, war ich spontan hin und her gerissen.

Einerseits toll, dass nun nach Formycon ein weiteres Unternehmen aus dem spannenden und wachstumsträchtigen Bereich Biopharmazie-Nachahmermedikamente gelistet ist. Wie Sie wissen bin ich immer auf der Suche nach neuen spannenden Firmen.

Andererseits bekam ich sofort ein ungutes Gefühl als ich sah, dass es sich um ein reines Listing ohne IPO und das auch noch an einer Regionalbörse handelte.

Meine Bedenken verstärkten sich als dann auch noch der in der Meldung angegebene Link zur Unternehmens-Homepage nicht funktionierte ("Database Connection Failed").

Auffindbar war nur die Homepage der alten GmbH amp-Therapeutics. Unter der dort angegebenen Telefonnummer war bei mehrmaligen Versuchen niemand erreichbar.

War das ein verspäteter April-Scherz? Ich dachte sofort an den Megaflop Kilian Kerner, die ebenfalls über ein reines Listing an den Markt kamen und dann nach einem anfänglichen Hype brutal abstürzten.

Das ist leider bei solchen Listings eher die Regel als die Ausnahme. In diesem Zusammenhang übrigens auch der Warnhinweis auf ein weiteres neues Papier: Pantaleon Entertainment (WKN: A12UPJ).

Sitz ist wie bei Kilian Kerner Berlin und ich fürchte der Absturz dürfte auch in diesem Fall auf dem Fuße folgen.

Interessanterweise gibt es hier sogar Verbindungen zu Kilian Kerner. Kilian Kerner hatte noch 2013 eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an der Pantaleon Films GmbH, die später rückabgewickelt wurde. Nun versucht man es offenbar auf eigene Faust.

ine der wenigen positiven Ausnahmen ist übrigens Weng Fine Art (WKN: 518160), auch wenn hier der Kurs ebenfalls deutlich von den Hochs zurückgekommen ist, notiert er immer noch deutlich höher als beim Listing in Frankfurt Anfang 2012.

Aber heute soll es an dieser Stelle um amp biosimilars gehen. Immerhin stellte sich später heraus, dass die Homepage wohl nur temporär "down" war. Wahrscheinlich stiegen nach der Pressemeldung die Zugriffszahlen zu schnell, so dass der Server schlapp machte.

Schließlich hatte man publicityträchtig auf die beiden Biosimilars-Platzhirsche Formycon und Coherus Biosciences verwiesen, so dass die dortigen Investoren, also quasi die Haupt-Zielgruppe von amp, sofort auf die Meldung aufmerksam geworden sind.

Was ist überhaupt so spannend an Biosimilars?

Biosimilars sind Nachahmerprodukte von Biopharmazeutika.

Biopharmazeutika wiederum sind Arzneistoffe, die mit Mitteln der Biotechnologie und gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden. Produziert werden dabei Proteine und Nukleinsäuren. Das erste Biopharmazeutika, das die Marktzulassung erhalten hat, war biosynthetisch hergestelltes Insulin im Jahr 1982.

Die Wirkstoffe von Biosimilars (z.B. Proteine) sind dabei nicht völlig identisch zum Originalwirkstoff und erfordern deshalb aufwändigere Zulassungsverfahren und Überwachungsmaßnahmen als klassische Generika. Generika sind Nachahmermedikamente für klassische, molekülstruktur-definierte Arzneistoffe und haben einen vollkommen identischen Wirkstoff zum Ursprungsmedikament.

Trotzdem verläuft der Entwicklungsprozess natürlich schneller und bei reduziertem Risiko als bei vollkommen neuen Medikamenten. In seiner Präsentation erläutert amp, dass bei einem erfolgreichen Abschluss der Phase 1 der klinischen Entwicklung das Risiko um 80 Prozent reduziert ist und keine Phase 2 mehr notwendig ist. Die Entwicklungskosten betragen in etwa zehn Prozent der Kosten für das Original-Biopharmazeutikum.

Das bedeutet: Die Bio-Nachahmerpräparate können auch zu einem wesentlich günstigeren Preis als die Originale verkauft werden und senken damit die Kosten fürs Gesundheitswesen. Es wird davon ausgegangen, dass sie bis zu 50 Prozent des Marktanteils der Originalpräparate erobern können - und das für alle Indikationen. Zusätzlich sind neue Verabreichungsformen denkbar. Alles in allem entsteht hier ein neuer Multi-Milliarden-Markt!

Und zwar deshalb: In 2014 waren acht der zehn Top-Seller-Medikamente Biopharmazeutika (auch Biologics genannt) mit Gesamtumsätzen von 55,2 Milliarden US-Dollar. Laut amp verlieren bis 2020 Biologics mit jährlichen Umsätzen von insgesamt 100 Milliarden US-Dollar ihren Patentschutz. Für Biosimilars selbst wird ein Umsatzwachstum von 3 Milliarden US-Dollar auf 110 Milliarden US-Dollar bis 2024 vorausgesagt.

Interessant ist, dass nicht die USA sondern die EU, und hier besonders Deutschland, führend bei Biosimilars ist, zumindest bisher. In Deutschland hat die Hexal AG auf dem Gebiet der Biosimilars eine Vorreiterrolle eingenommen. Es brachte das erste Epoetin-Biosimilar Europas auf den Markt. Epoetine werden zur Behandlung von Blutarmut eingesetzt.

Hexal spielt für Biosimilars-interessierte Anleger in Deutschland eine wichtige Rolle, weil die beiden Hexal-Gründer Dr. Thomas Strüngmann und Dr. Andreas Strüngmann im Dezember 2013 eine Exklusiv-Lizenz zur Vermarktung eines Medikamentenkandidaten vom ersten börsennotierten deutschen Biosimilars-Spezialisten Formycon erworben haben.

Zu beachten ist auch hier China. Das Reich der Mitte wird voraussichtlich schnell zu einem sehr wichtigen Markt für Biosimilars werden und bereits in 2017 20 Prozent des globalen Marktes ausmachen.

Eine ganz andere Frage ist aber, wie groß das Stück sein wird, das sich amp vom Biosimilars-Kuchen abschneiden können wird?

Vollmundige Aussagen in der neuen Präsentation von amp biosimilars

In seiner ganz neuen Präsentation (vom 2. April 2015) behauptet das Unternehmen, man habe eine einzigartige Plattform entwickelt mit der man Biosimilars schneller, günstiger und effizienter als alle anderen zuvor entwickeln könne. Man habe insgesamt das Potenzial mehr als 20 Biosimilars für den globalen Markt zu entwickeln und verfolge eine globale Partnerstrategie um auch den gesamten Markt abdecken zu können.

Wow, da hat man sich aber ganz schön viel vorgenommen, und "global" scheint eines der Lieblingswörter des Managements zu sein. Dazu passt der Plan, Jointventures in China zu gründen, um dort Produktionsstätten aufzubauen und Forschungs- und Entwicklungskosten finanzieren zu können.

Es wird auf die insgesamt mehr als 125-jährige Erfahrung eben dieses Managements und seiner Partner verwiesen. Zur Bestätigung werden Bilder von Bioreaktoren, automatischen Abfüllanlagen und Chromatographen (zur Auftrennung eines Stoffgemisches durch unterschiedliche Verteilung seiner Einzelbestandteile) in der Präsentation gezeigt. Standard-Equipment.

Ich bin gespannt, wie viel die Leipziger bzw. Neu-Hamburger von diesen Plänen in die Tat umsetzen können. Etwas konkreter sind die Aussagen im Wertpapierprospekt: Mindestens drei Biosimilar-Produktkandidaten sollen bis zum Start der klinischen Phase eins entwickelt werden, um die Projekte anschließend auszulizensieren. Davon befänden sich zwei in präklinischer Entwicklung. Zeitangaben fehlen aber komplett, sowohl in der Präsentation als auch im Wertpapierprospekt.

In welch früher Phase der Entwicklung sich amp befindet zeigen die folgenden Prospekt-Passagen: "Das Jahr 2014 war im Wesentlichen gekennzeichnet durch den Aufbau der operativen Geschäftstätigkeit" und "In Verhandlungen mit potenziellen Lizenznehmern wurde eine Vorauswahl von drei Biosimilar-Entwicklungskandidaten getroffen. Vorbereitende Arbeiten zur Zellinien- und Zellbankentwicklung an einem der Kandidaten, sowie begleitende Freedom to Operate-Studien bezüglich der Patentsituation wurden begonnen."

Das heißt, das Team um CEO Dr. Marc W. Hentz ist noch in der Sondierungsphase und berät mit potenziellen Partnern darüber, welche Biopharmazeutika, auch unter Berücksichtigung der Patentsituation, überhaupt "nachgebaut" werden sollen.

Die Realität sieht bescheidener aus

Es ist die Rede von starken Partnerschaften und potenziellen Jointventures für die Kommerzialisierung sowie großer Projekterfahrung und einem attraktiven Chance-Risiko-Profil für Investoren.

Schaut man sich diese Projekte genauer an werden an erster Stelle ein Entwicklungs- und Technologie-Transferprojekt nach Thailand genannt, die Ausarbeitung einer Biosimilars-Strategie für das saudi-arabische Gesundheitsministerium sowie "größere Risikoprüfungen (due diligence) für große US-Distributoren beim Markteintritt".

Das hört sich für mich nicht danach an, als ob wir es hier mit einem künftigen - globalen - Biosimilars-Marktführer zu tun hätten. Vor allem scheint es nicht angebracht, amp biosimilars in eine Schublade mit Formycon und dem US-Biosimilars-Unternehmen Coherus zu stecken, die schon wesentlich weiter sind.

amp scheint zuletzt eher als eine Art Dienstleister am Markt aufgetreten zu sein. Das ist erstaunlich, denn in einem älteren Artikel des Venture Capital-Magazins (vom 10. Mai 2013) ist noch die Rede von Wirkstoffen zur Behandlung bakterieller Infektionen, die durch antibiotikaresistente Bakterien entstünden und die amp (damals noch als AMP Therapeutics GmbH firmierend) entwickle und vermarkte, um dieses Übel zu bekämpfen.

Das klingt nun wirklich spannend, werden doch Infektionen durch antibiotikaresistente Keime zu einem immer größeren Problem in deutschen Krankenhäusern und anderswo. Es sei gelungen, Peptide aus Honigbienen und Milchkrautwanzen zu isolieren und deren antimikrobielle Wirksamkeit durch Strukturveränderungen gezielt zu verbessern. Weiter heißt es darin, dass es AMP als einzigem Unternehmen gelungen sei, die Entwicklung antimikrobieller Peptide erfolgreich zu kommerzialisieren - global, natürlich!

Hentz wird darin mit den Worten "Wir planen, im Jahr 2015 in die klinische Phase I der Erprobung einzusteigen" zitiert. Nun schreiben wir das Jahr 2015, aber in der Präsentation (übrigens hier abrufbar) ist keine Rede mehr von Peptiden, die die Bildung antibiotikaresistenter Bakterien erschweren.

Dieses Projekt war aber offenbar die Basis der "jeweils gleich hohen Beteiligung", die die Venture Capital-Fonds der Pharma-Riesen Novartis und Boehringer Ingelheim "in einer Finanzierungsrunde Ende 2011/ Anfang 2012" (Quelle: amp-therapeutics.com) an amp eingegangen sind. Inzwischen sieht die Aktionärsstruktur aber wieder folgendermaßen aus:

- 1.742.500 Aktien oder 86,9% aller Aktien gehören der Leipzig Ventures AG

- 139.605 Aktien oder 7,0% aller Aktien sind im Besitz von Frontier Global Investments Limited

Novartis und Boehringer haben sich offenbar inzwischen verabschiedet, was per se schon mal kein positives Signal an uns als Kleinanleger ist.

Wie lange bleibt der Großaktionär investiert?

Hinter Frontier Global Investments verbirgt sich das Management von amp.

Die Leipzig Ventures AG um Vorstand Dr. Frank Stummer ist ein kleines Venture Capital-Beteiligungsunternehmen, das erst im August 2014 gegründet worden ist mit einem Grundkapital von 140.000 Euro (Quelle: unternehmen24.info) und amp als bisher einziges Portfolio-Unternehmen hat (Quelle: leipzigventures.com).

Leipzig Ventures dürfte den größten Teil der Kapitalerhöhung im Januar dieses Jahres gezeichnet haben, aus der amp zwei Millionen Euro zugeflossen sind. Die sollen bis Ende April 2016 zur Deckung der fälligen Zahlungsverpflichtungen reichen.

Was können wir als Anleger daraus folgern? Ich konnte bisher noch nicht recherchieren ob Stummer bereits in der Vergangenheit in die damalige AMP Therapeutics GmbH investiert hat bzw. wie die dortige Eigentümerstruktur (es gab laut www.firmenwissen.de sechs Gesellschafter) war.

Offenbar hat aber die zwei Millionen Euro-Kapitalspritze im Januar ausgereicht, um sich einen Anteil von über 85 Prozent an amp zu sichern. Wenn wir als Kleinanleger zum aktuellen Kurs von 19,45 Euro Aktien kaufen, tun wir das aber bei einer Bewertung (Marktkapitalisierung) des Unternehmens von knapp 40 Millionen Euro.

Mit anderen Worten: Wir als Kleinanleger sollen jetzt das 20-fache dessen bezahlen, was Leipzig Ventures bezahlt hat - und zwar nur rund zehn Wochen später. Ein attraktives Chance-Risiko-Profil sieht für mich anders aus.

Ein anderer wichtiger Punkt ist die Frage, wie lange Leipzig Ventures eigentlich bei amp investiert bleiben möchte? Stummer hat selber vor kurzem zwei neue Unternehmen gegründet, die Rhebo AG (Überwachung und Analyse des Datenverkehrs in industriellen Steuernetzen) und die Digital Forensics GmbH (Analyse von verdächtigen Vorfällen im Zusammenhang mit IT-Systemen), die beide nichts mit Biotechnologie oder Biosimilars zu tun haben.

Auch Adyton Systems (Netzwerksicherheitslösungen) und ipoque GmbH (Internet-Traffic-Management und Netzwerkanalyse), die von Stummer mitgegründet und 2011 beide an den Münchener Elektronikkonzern Rohde & Schwarz verkauft worden sind, hatten mit Biotechnologie nichts am Hut.

Leipzig Ventures selbst sieht sich ganz neutral als "Technology Investors". Von einem besonderen Schwerpunkt auf Investments im Bereich Biotechnologie oder Biopharmazeutika/Biosimilars ist auf der Homepage nicht die Rede.

Das alles klingt für mich nicht so, als ob Leipzig Ventures tief mit amp verwurzelt wäre. Ein schneller Exit(-Versuch) scheint daher zumindest nicht ausgeschlossen. Haltefristen (Lock-ups) existieren jedenfalls keine. Das heißt: Leipzig Ventures kann jederzeit verkaufen.

Das Timing für den Börsengang scheint aus Sicht der Altaktionäre angesichts des aktuellen Hypes um Biosimilars-Aktien geradezu perfekt. Die Formycon-Aktie ist von Anfang Januar bis jetzt von knapp über zehn auf 27,90 Euro gestiegen, was fast einer Verdreifachung in etwas mehr als drei Monaten entspricht.

Erratischer Kursverlauf ist gefährlich

Wichtig zu beachten hinsichtlich des Kursverlaufs ist darüber hinaus, dass die Zahl der frei handelbaren Aktien aktuell nur bei 122.895 Stück liegt. Die Frage ist, wer die aktuell besitzt, denn an der Börse wurden ja erst ein paar Tausend Stück gehandelt? In diesem Zusammenhang ist die Vorgeschichte des Aktienmantels interessant:

Die Gesellschaft wurde am 30. Januar 2008 als Capital Three AG mit Hauptsitz Gottmadingen (Landkreis Konstanz) gegründet. Vorstand war bis 25.07.2014 der Gottmadinger Rechtsanwalt Sascha Wengert. Möglicherweise befinden sich hier noch einige Stücke.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 25. Juli 2014 wurde der Unternehmenszweck geändert, die Gesellschaft in amp Biosimilars AG umfirmiert und der Firmensitz nach Hamburg verlegt. Noch Ende 2014 (siehe Geschäftsbericht 2014) betrug das Grundkapital der AG 50.000 Euro, eingeteilt in 50.000 Aktien.

Erst im Januar diesen Jahres wurde dann im Zuge der erwähnten Kapitalerhöhung das Geschäft der bisherigen AMP Therapeutics eingebracht.

Deshalb ist auch die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Bilanz von amp biosimilars im Wertpapierprospekt bzw. im Jahresabschluss 2014 nicht aussagekräftig. Wie viel Umsätze AMP Therapeutics als GmbH in den letzten Jahren gemacht hat, u.a. mit den oben genannten Projekten, lässt sich aus den im Internet frei zugänglichen Informationen nicht ermitteln. Die Anleger tappen hier im Dunkeln.

Aber zurück zum Börsenhandel der Aktie: Aktuell ist es wohl eher so, dass der Designated Sponsor, die Münchener mwb fairtrade (WKN: 665610), als Market Maker agiert, so dass überhaupt ein regulärer Handel gewährleistet ist.

Wobei "regulär" relativ ist, denn am Donnerstag wurde nachmittags zeitweise kein Briefkurs mehr gestellt, sondern nur noch ein Geldkurs bei 20 Euro taxiert. Der Schlusskurs lag bei 19,62 Euro, was einem Plus von knapp 50 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht, bei allerdings nur 9.440 gehandelten Aktien.

Das heißt: Durch die Marktenge des Werts kann der Kurs in völlig absurde Regionen getrieben werden. Wer jetzt noch kauft macht das auf Basis der Greater Fool-Theorie ("Es wird sich nach mir schon noch einer finden, der noch mehr bezahlt"). Irgendwann kommt dann das böse Erwachen.

Die Firma hat zwar angekündigt, man wolle in den nächsten Wochen auf Roadshow gehen, um gezielt neue Investoren ansprechen zu können. Die Börsennotiz diene dazu, den Bekanntheitsgrad zu erhöhen und ein Investment liquider zu machen. Ob dieser Versucht allerdings von Erfolg gekrönt sein wird und wenn ja zu welchen Bewertungsniveaus institutionelle Investoren einsteigen, bleibt abzuwarten.

Wir als Privatinvestoren sollten uns fragen: Warum geht das Unternehmen den Weg eines reinen Listings, noch dazu nur an der Münchener Regionalbörse, und vollzieht kein reguläres IPO?

IPO steht für Initial Public Offering und bedeutet, dass das Unternehmen begleitend zum Börsengang eine große Kapitalerhöhung durchführt, die von institutionellen Investoren gezeichnet wird. Die Antwort könnte lauten: Größere institutionelle Investoren haben bisher kein Interesse bzw. kein Interesse mehr (siehe Novartis/Boehringer).

MEIN FAZIT:

Prinzipiell ist es begrüßenswert, dass nach Formycon ein weiteres deutsches Biosimilars-Unternehmen an den Markt kommt. Biosimilars sind ein spannender, schnell wachsender Markt und Formycon hat sich in den letzten beiden Jahren nicht nur was den Aktienkurs betrifft sondern auch operativ deutlich besser und schneller entwickelt als von Analysten erwartet (wenn gleich auch hier der Kurs inzwischen kurzfristig überhitzt scheint).

amp biosimilars befindet sich aber noch in einer sehr frühen Phase der Unternehmensentwicklung. Ich zweifle an der Börsenreife des Unternehmens, zumal eines früheres Kernprojekt (antimikrobielle Peptide) sich offenbar nicht mehr in der Pipeline befindet oder keine Rolle mehr spielt.

Es drängt sich der (natürlich subjektive) Verdacht auf, dass mit dem Listing an der Münchener Regionalbörse auch die aktuell euphorische Stimmung der Anleger hinsichtlich Biosimilars-Aktien von den Altaktionären genutzt werden könnte, um eigene Stücke abzustoßen.

Die Tatsache, dass sich im Moment nur ganz wenige Aktien überhaupt im Freefloat befinden (122.895 Stück), begünstigt heftige Kursausschläge in beide Richtungen. Anleger müssen aufpassen, hier nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

Wer zu den Glücksrittern gehört, die am Mittwoch und Donnerstag bereits gekauft haben und nach dem fulminanten Anstieg nun auf hohen Buchgewinnen sitzt, sollte sich freuen und den Gewinn schnell realisieren.

Alle anderen sollten an der Seitenauslinie verharren und die weitere Entwicklung abwarten. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das Papier in einigen Wochen oder Monaten wesentlich günstiger zu haben sein wird. Ich bleibe an dem Thema dran!

Hinweispflicht nach §34b WpHG: Die Geldanlage-Report-Redaktion zum Zeitpunkt des Publikmachens des Artikels in den genannten Aktien nicht investiert. Es liegt daher kein Interessenskonflikt vor. Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage wünscht
Armin Brack
Chef-Redakteur Geldanlage-Report
www.geldanlage-report.de

Der Geldanlage-Report erscheint wöchentlich und liefert ihnen hochwertige Tipps rund um die Themen Geldanlage und Trading. Sie erhalten konkrete Analysen zu Aktien, Rohstoffen und Zertifikaten. Jetzt gratis anmelden und die aktuelle Ausgabe lesen: http://www.geldanlage-report.de

Disclaimer und Haftungsausschluss
Der Geldanlage-Report (kurz GR) ist ein Informationsdienst für spekulativ orientierte Anleger, die zur Steigerung Ihrer Rendite nach hochprofitablen Anlagemöglichkeiten suchen. Der GR sieht dieses Potential nicht zuletzt Aktien, Hebel- und Turbo-Zertifikaten, sowie Optionsscheinen. Der GR stellt seinen Newsletter-Abonnenten die auf der Internetpräsenz und im kostenlosen Börsenbrief veröffentlichten Informationen zur Verfügung. Diese umfassen die Beschreibung und Umsetzung einer erfolgreichen Handhabung von Aktien und Derivaten. Konkrete Handelsvorschläge mittels Kauf- und Verkaufsempfehlungen werden nicht gegeben. Der GR erscheint einmal wöchentlich. Alle übermittelten bzw. bereitgestellten Informationen geben die Meinung, Gedanken und Intuitionen der bei GR beschäftigten Autoren wieder und stellen insbesondere keine Beratung dar.

Sie sind keine Aufforderung zum Kauf- oder Verkauf von Wertpapieren. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen. Eine Garantie für die Vollständigkeit und Richtigkeit des Inhalts kann nicht übernommen werden. Die in der Vergangenheit erzielten Gewinne sind keine Gewähr für die Zukunft. Keinesfalls sollten Sie anhand der Information unreflektiert Anlageentscheidungen treffen. Die von GR bereitgestellten Informationen ersetzen nicht die eigene Recherche, sowie Beratung durch Ihre Hausbank oder einen Anlageberater. Zu der Natur von Anlageentscheidungen und damit zusammenhängender Informationen gehört, dass sie auch falsch sein können.

Marktticker

Quotes by TradingView

Research

weitere Kolumnen & Analysen

Anzeigen

Charttechnischer Ausblick - DAX-Future (Kontrakt 06-18) - 14. KW 2018

LYNX Broker - Indizes - Analysen - 03.04.2018
Der DAX-Future (FDAX) konnte in der letzten Handelswoche die aktuellen Jahrestiefs nur für kurze Zeit geringfügig ausbauen und tendierte danach, wie angenommen, in Richtung 12.000 und folgend knapp über den Widerstand von 12.100 Punkten. ... mehr

ETFs: Suche nach Alternativen

Börse Frankfurt - Indizes - 03.04.2018
3. April 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der Start in den April ist an der Börse gründlich misslungen: Vor Ostern war es noch nach oben gegangen, so kletterte der DAX am Gründonnerstag auf 12.096,73 Punkte. Am heutigen Dienstag sieht es vor dem Hintergrund schwacher US-Börsen aber tiefrot aus, am Mittag notiert der DAX bei nur 11.962 Zählern. Der sich verschärfende Handelsstreit zwischen den USA und China belastet: ... mehr

Euwax Trends: Nervosität nach Ostern: Verkaufsdruck bei Chip-Werten - Handelsstreit belastet den Aktienmarkt

Börse Stuttgart - Marktberichte - 03.04.2018
Die Kurse am deutschen Aktienmarkt rutschen nach Ostern erneut ab. So notiert der DAX aktuell bei 12.022 Punkten mit 0,6 Prozent im Minus. Das vorläufige Tagestief wurde am Vormittag bei 11.913 Zählern festgestellt. Nun ist also erneut die Marke von 12.000 Punkten, die der Leitindex erst am vergangenen Donnerstag zurückerobert hatte, zeitweise nach unten durchbrochen worden. ... mehr

Charttechnischer Ausblick - S&P-Future (Kontrakt 06-18) - 14. KW 2018

LYNX Broker - Indizes - Analysen - 03.04.2018
Der S&P-Future zeigte in der vergangenen Handelswoche eine eher seitwärts tendierende Bewegung, mit der Marke von rund 2.660,00 Punkten als obere und dem Unterstützungsbereich 2.590,00 als untere Grenze. Geplante Verkäufe an Widerständen hielten somit recht gute Trade-Szenarien bereit. ... mehr

Charttechnischer Ausblick - Bund-Future (Kontrakt 06-18) - 14. KW 2018

LYNX Broker - Bonds - Analysen - 03.04.2018
Ohne nennenswerte Anzeichen schob sich der Bund-Future in den vergangenen Handelstagen weiter nach oben und erreichte am Mittwoch das Wochenziel von knapp 159,75. Widerstände in den aktuellen Kursbereichen stellten nur geringfügige Hindernisse dar und konnten teilweise sauber durchstoßen werden. ... mehr

Charttechnischer Ausblick - EUR/USD - 14. KW 2018

LYNX Broker - Forex - Analysen - 03.04.2018
Mit merklichem Momentum konnte sich der EUR/USD in der vergangenen Handelswoche über die Hochs der vorletzten Handelswoche schieben, was zu interessanten Kaufchancen führte. Mit dem Erreichen des Hochs von 1,2475 war der Aufwärtsmove jedoch wieder vorbei und der Wert fiel in die Schiebezone zwischen 1,2400 und 1,2250 zurück. ... mehr

Tagesausblick Aktien: DAX wieder unter Druck

Helaba Floor Research - Indizes - 03.04.2018
Aktienmarkt Am Donnerstag ging der DAX bei 12.096,72 Zählern aus dem Handel. Dies entsprach einem Plus in Höhe von 1,3 Prozent. Anleger nutzen das zuvor reduzierte Kursniveau zum Einstieg, wenngleich auch das Quartalsende (Stichwort: “window dressing“) eine wesentliche Rolle gespielt haben dürfte. ... mehr

Henkel – den DAX langfristig geschlagen

LYNX Broker - Indizes - Aktien - 03.04.2018
Fundamentalbetrachtung der Henkel AG Die Die Henkel AG & Co. KGaA verfügt den eigenen Angaben zufolge weltweit über ein diversifiziertes Portfolio mit starken Marken, Innovationen und Technologien in seinen drei Unternehmensbereichen. Im stärksten Konzernsegment Adhesive Technologies – dem Klebstoffbereich – mit einem Umsatzanteil von 47 Prozent gilt Henkel als globaler Marktführer. ... mehr

Bund Future - Erwartete Trading Range: 158.57-160.07

Helaba Floor Research - Bonds - 03.04.2018
An den internationalen Finanzmärkten kehrte vorösterliche Ruhe ein. Nach einem von großer Verunsicherung und Nervosität geprägten Handelsverlauf standen im Handelsstreit der USA mit China die Zeichen auf Entspannung. Während der Ausverkauf an den Aktienbörsen zum Stillstand kam, legten auch festverzinsliche Papiere eine Verschnaufpause ein. ... mehr

Tagesausblick Renten/Devisen: Stimmungsindikatoren im Fokus

Helaba Floor Research - Forex - 03.04.2018
statistDie verkürzte Handelswoche startet mit den Einkaufsmanagerindizes des Verarbeitenden Gewerbes in der Eurozone. Vorabschätzungen in Deutschland und Frankreich lassen auf nachlassende Stimmungsumfragen schließen. Auch der schwelende Handelskonflikt mit den USA könnte negativen Einfluss auf die Stimmung der Einkaufsmanager ausüben. ... mehr

Ripple (XRP): Bärische Ostern belasten den Kurs

DailyFX - Marktberichte - Kryptowährungen - 03.04.2018
Der bankennahe Token ist nicht gut auf Ostern zu sprechen. Über die Feiertage hatte der Kurs zeitweise rund 14 Prozent ausgehend von Freitag nachgegeben. Darüber hinaus steht die 0,50-US-Dollar-Marke aktuell unter Beschuss. Die Osterfeiertage konnten den Ripple-Kurs nicht beflügeln. ... mehr

DAX: Unsicherheiten bleiben bestehen

IG Markets Research - Marktberichte - 03.04.2018
03.04.2018 – 07:15 Uhr (Werbemitteilung): US-Präsident Donald Trump bleibt auch weiterhin ein Risikofaktor für die Finanzmärkte. Der drohende Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China dürfte auch zu Beginn des zweiten Quartals das zentrale Thema sein. Vorbörslich dürfte der DAX mit deutlichen Kursabschlägen in die Woche starten. ... mehr

Neue ETFs: Dividendenstarke Aktien aus USA und weltweit

Börse Frankfurt - Trading Business - 03.04.2018
3. April 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Deutsche Asset Management erweitert das Angebot an Exchange Traded Funds auf Xetra und im Frankfurter Parketthandel. Mit den zwei neuen Aktien-ETFs erhalten Anleger die Möglichkeit, an der Wertentwicklung von Unternehmen mit hoher Dividendenrendite und soliden Finanzkennzahlen zu partizipieren. ... mehr

Neuer ETF: Inflationsgeschützte US TIPS

Börse Frankfurt - Trading Business - 03.04.2018
3. April 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der Emittent iShares erweitert das Angebot an Renten-ETFs auf Xetra und an der Börse Frankfurt. Mit dem Rentenindex-ETF können Anleger an der Wertentwicklung von auf US-Dollar lautenden, inflationsindexierte Anleihen des US-Schatzamtes (US TIPS) partizipieren. ... mehr

Charttechnik: Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum

Formationstrader I H. Esnaashari - Forex - Kryptowährungen - 02.04.2018
Video-Chartanalyse Kryptowährungen Der Bitcoin-Preis läuft eine untergeordnete Unterstützung an. Von hier aus hat Preis Stabilisierungspotential. ... mehr

Anzeigen